Meinung:
Gebetsmühlenartig wird das Lamento wiederholt, dass die Philatelie keinen Nachwuchs finde. Vermutlich stimmt das so schon gar nicht. Noch unrichtiger ist die Ursachenforschung. Da wird über die Ablenkungen der modernen Spassgesellschaft räsoniert, Handy, Computerspiele etc. Will man den Ursachen auf die Spur kommen, muss man sich an die eigene Nase fassen. Oft steht dahinter schon ein bedenkliches Eigenverständnis. Viele träumen noch immer vom Opa, der seinen Enkel in die Geheimnisse der Briefmarkenwelt einweiht. Es wird dabei übersehen, dass sich die Zeiten geändert haben und das Glück nicht mehr auf dem Rücken der Naiven zu machen ist. Denn, und das wurde schon des öftern betont, man kann der Jugend alles Mögliche nachsagen, aber nicht dass sie doof sei. Mit der erwähnten Ausrichtung wird aber auch völlig übersehen, dass man sich mehr um Seiteneinsteiger bemühen muss. Doch an dieser Stelle müsste man überzeugende Argumente anbieten können, warum Sammeln denn sinnvoll und anregend sei. Genau hier liegt das Problem. Mit unseren kleinkarierten Veranstaltungen, wo jeder vor sich hin kraudert, können wir nicht überzeugen. Es fehlen Konzepte für publikumswirksame Ausstellungen. Hilfreich wäre ein Blick in die Werkstatt der Museumspädagogen und der archäologischen Veranstaltungen.