Kostbarkeiten aus der Wertzeichensammlung des PTT-Museums: Eine Berichtigung

In der letzten Nummer der POSTGESCHICHTE wurde auf Seite 4 ein Brief von Reyden nach Luzern vom 24. Mai 1850, frankiert mit einem Viererstreifen der POSTE LOCALE mit Kreuzeinfassung (Zumstein-Nr. 141), abgebildet und beschrieben.
Aufgrund der vorliegenden Beurteilung durch einen anerkannten Schweizer Experten auf diesem Gebiet, der Tatsache, dass dieser Beleg vor rund 10 Jahren im Rahmen eines Vertrages anlässlich der Jahresversammlung des SASV (Schweizerischer Altbrief-Sammler-Verein) vorgestellt und nicht in Frage gestellt wurde, der Feststellung, dass dieses Datum im Spezialkatalog Schweiz «FD» aufgeführt ist, und - last not least - der erstaunlichen Entdeckung, dass dieser Brief bereits 1930 in der Raritäten-Offerte der «Briefmarkenverwertungsstelle» Eduard Locher, Tegna, unter Losnummer 2078 auf Seite 68 abgebildet wurde, hatten wir diesen Brief für das PTT-Museum erworben und in der Folge als attraktives Ersttagsdatum präsentiert.
Überraschend hat nun ein namhafter Kenner von Altschweiz-Briefmarken die - wie man glauben sollte - fast banale Feststellung gemacht, dass die Einführung der Eidgenössischen Raute erst ein gutes Jahr später, nämlich im August 1851 erfolgte, und es sich deshalb hier um eine Frankaturverfälschung handeln muss. Da in diesem Zusammenhang noch einige Fragen offen sind, laufen zurzeit noch weitere Abklärungen. Wieder einmal scheint sich hier die Redensart von dem vor lauter Bäumen nicht mehr sichtbaren Wald zu bewahrheiten. Nicht nur Sammler, sondern auch hochrangige Experten liessen sich durch dieses attraktive Dokument blenden.