Buchbesprechungen
Friedrich Spalink
Die postalischen Dienstleistungen und deren Gebühren in den besetzten französischen Gebieten 1870/71, bei der Feldpost 1870/73 und in Elsass-Lothringen
414 Seiten DIN A5 mit ca. 190 Briefabbildungen, Preis: 57,50 DM zuz. 2,50 DM Versand. Zu beziehen über den Schriftführer der ArGe Norddeutscher Postbezirk, Ingo von Garnier, Jahnstr. 34, 53797 Lohmar. Aufbauend auf dem «Posthandbuch für ElsassLothringen», das vor einigen Jahren nach langer Suche in Merseburg gefunden wurde, hat der Verfasser den schwierigen Komplex der Dienstleistungen und Gebühren in den 3 Bereichen - Landespost im besetzten Frankreich - Landespost in Elsass-Lothringen - Feldpost (von Preussen, Baden, Bayern und Württemberg) in ausführlicher Form dargestellt. Die durch jahrelange Forschung zusammengetragenen Verfügungen, Bekanntmachungen, Circulare und weitere Quellen sind - soweit notwendig - wiedergegeben. Dadurch hat die Arbeit einen beachtlichen Umfang erreicht. Da die drei Posteinrichtungen während und nach dem deutsch-französischen Krieg ineinander übergriffen, hat es bisher keiner versucht, die postalischen Verhältnisse getrennt darzustellen. Um dem Leser klar zu dokumentieren, wie wichtig es ist, zwischen den drei Posteinrichtungen zu unterscheiden, wurden drei farblich verschiedene Papiere für den Druck verwendet. Das Studium der z.T. schwierigen Materie wird durch eine Fülle an Belegen erleichtert. Allein aus den Beleg-Erläuterungen profitiert der Leser so viel, dass er gereizt wird, sich in die gesammelten Texte zu vertiefen.
L. Alföldi und S. Talas
Die ungarische Luftpost Handbuch und Katalog, Band 1:1870-1930
Postfach 2133, CH-9001 St. Gallen. Preis SFR 50.- plus Porto. Die ersten 45 Seiten behandeln die Ballonkarten von 1870 bis 1917, soweit sie den Autoren bekannt sind. Es sind total 53 Stück, jeweils genau beschrieben und bewertet, und die meisten sind in Originalgrösse abgebildet. Zum Schluss sind Zusammenstellungen nach Daten, Ballonnamen und nach Abwurf- bzw. Auffindungsorten angegeben. Der zweite Teil umfasst auf 69 Seiten «Pionierflüge von 1911 bis 1929». Auch hier sind alle den Autoren bekannten Belege aufgeführt und bewertet. Einige sind in Originalgrösse abgebildet. Besonders aufschlussreich scheinen mir die Detail-Angaben über die Flugdaten und Anzahl Sendungen (gewöhnliche und eingeschriebene) der Flugetappen Budapest-Wien, Budapest-Krakau und Budapest-Lemberg aus dem Jahre 1918 zu sein, wobei jeder Beleg bewertet ist. Auf weiteren zwei Seiten sind sämtliche 31 Flug Leitstempel abgebildet, die 1924 eingeführt wurden (aber nicht alle gebraucht wurden), mit chronologischen Aufstellungen über die bisher bekannten Belege mit Angaben über die verwendeten Flugpostmarken (Typ «Ikarus von 1924» oder «Turulvogel von 1927». Ein dritter Teil befasst sich mit Erst- und Sonderflügen von und nach Ungarn, wobei auf die im 2. Teil beschriebenen Belege hingewiesen wird. Ein Inhaltsverzeichnis für den 2. und 3. Teil erleichtert das Auffinden. Den Schluss bildet ein vierter Teil, der die Flugveranstaltungen von 1898 bis 1917 katalogisiert, wieder mit recht guten Abbildungen. Vermisst wird eine Übersicht über die im Text oft verwendeten Abkürzungen; nur die üblichen Abkürzungen der Fluggesellschaften sind angegeben. Das Werk ist eine ausserordentliche Fleiss-Arbeit, die den bisher gebräuchlichen Katalog von John J. Latham (Budapest 1979) weit in den Schatten stellt. Nur eines muss der Rezensent mit grossem Bedauern feststellen: der Katalog fällt bereits bei erstem Gebrauch in seine Einzelteile auseinander. Wir hoffen, dass der 2. Band (von den Autoren in ein bis zwei Jahren angekündigt) dieses Manko nicht aufweisen wird, und dass er wirklich in dieser Zeit erscheinen wird, denn die Zeit von 1931 bis mindestens 1939 birgt noch viele interessante Belege, die für die Aerophilatelie Ungarns von Bedeutung sind.
Werner Steven
Postbuch 1945 bis 1992
nach amtlichen Quellen bearbeitet 420 Seiten im Format 17 x 24 cm. Preis 98- DM, inkl. Inlandsporto und Verpackung.
Die Sammelgebiete «Nachkriegsdeutschland - Bund - Berlin» werden von Sammlern klassischer Ausgaben gewöhnlich nicht sehr ernst genommen. Die durchdringende Beschäftigung mit diesen Themen mag hieran, so hoffe ich, etwas ändern. Meine Aufgabe sah ich darin, möglichst umfassend die amtlichen Quellen zu erschliessen. Der Philatelist hat nun eine Arbeitsgrundlage für weitere intensivere Forschungen, ohne die wenigen erhaltenen amtlichen Quellen suchen zu müssen. Informationen, die man zum Aufbau einer Sammlung notwendigerweise braucht, kann man natürlich den «Postgebührenheften» entnehmen. Für alte Hefte werden heute bereits hohe Summen gefordert. Es gab die «Postbücher» der Post, aber wer hat die schon vollständig? Die Amtsblätter der Besatzungszonen und der Bundespost oder die Veröffentlichungen im Bundesgesetzblatt und im Bundesanzeiger sind nur wenigen Sammlern zugänglich.
Grundlage des Verhältnisses zwischen der Post und ihren Kunden sind die Postordnungen, für die Zeit nach 1945 die Ausgaben von 1929 und 1964. Sind diese Postordnungen beschafft, fehlen die Änderungen und Nachträge. Liegen auch diese vor, muss man in seinen Unterlagen die entsprechenden Hinweise auf diese Änderungen handschriftlich nachtragen. Für die Paketpost ins Ausland ist es noch schwerer. Die Gebühren wurden nicht immer im Amtsblatt veröffentlicht. Dazu gab es die «Gebührentafeln für den Postpaketdienst nach dem Ausland» und ab 1959 das «Paketpostbuch». Dies waren Dienstwerke. Bei Änderungen hatte der Schalterbeamte nichts eiligeres zu tun, die geänderten Blätter auszutauschen und die alten wegzuwerfen, schon um nicht aus Versehen die alten Gebühren zu berechnen. Diese Dienstwerke sind von der Post nicht aufgehoben worden.
In dem neuen Buch sind erstmals alle Gebühren für den Inlands- und Auslandsverkehr zusammengefasst und diese sowohl für die Brief- wie auch für die Paketpost. Die Grundgebühren für Telegramme und für den Geldverkehr runden diese Informationen ab. In die Postordnungen sind die Änderungen eingearbeitet worde. Die Postordnung, als die Geschäftsbedingungen zwischen der Post und ihren Kunden, ist somit für jeden Zeitraum aktualisiert lesbar.
Zur eigenen Sicherheit sind die aus den Amtsblättern übernommenen Daten durch Angaben aus dem Bundesgesetzblatt überprüft worden. Wie bei meinen Büchern (zum Thema Porto) üblich sind viele Amtsblattverfügungen in Kurzfassung, wichtige im amtlichen Text, wiedergegeben. Hier finden sich auch einige ungewöhnliche Gebühren. Alle Daten sind überprüfbar. Es ist dadurch nicht schwer, die aufgeführten amtlichen Quellen zur weiteren Forschung heranzuziehen. In Anlagen sind eine Sammlung der amtlichen Texte zum Notopfer Berlin und den Wohnungsbaumarken, die besonderen Gebühren mit der Deutschen Post der DDR, Angaben zum Thema Zollausschlussgebiet, die Vorschriften zur Herstellung von Privatganzsachen, die Gebühren für Poststücke, eine Sammlung von Verfügungen zur Alliierten Militärpost sowie die Feldpostordnung der Bundeswehr wiedergegeben. Es wurde sehr bewusst weitestgehend auf eigene Kommentare oder Schlussfolgerungen verzichtet. Dies Buch soll zu eigenen Forschungen anregen und dazu die Quellen entweder im amtlichen Text oder als Quellenhinweis anbieten.
Bestellung durch Überweisung auf das Postgirokonto W. Steven unter der Nummer 158945-301 oder an:
Werner Steven Saarbrückener Straße 233 D-38116 Braunschweig Tel. 0531/54645