Buchbesprechungen
MICHEL Zeppelin- und Flugpost-Spezial-Katalog 1995
Schwaneberger Verlag GmbH München.
1) Zum Zeppelinpost-Teil: Hier geht der Autor ganz neue Wege. Zunächst fallt dem Leser die ungewohnte Numerierung der Belege auf. Es empfiehlt sich, die genaue Erklärung auf den Seiten 5 und 6 zu studieren. Dennoch bleiben Fragen offen. In der Erklärung heisst es «Im Gegensatz zu den bisherigen Veröffentlichungen wurde die Katalogisierung nach den Fahrtennummern (Fahrtenverzeichnis) der ZeppelinWerft vorgenommen». Dies scheint im ersten Monat logisch und vereinfachend, - sofern man ein Fahrtenverzeichnis zur Hand hat. Dies ist aber leider im Katalog nicht vorhanden. Eine Schwierigkeit bei den Belegen, die über mehrere Etappen (also auch über mehrere Fahrtennummern) befördert wurden, wird dadurch umgangen, dass dann nur die Fahrtennummer der letzten Etappe als Katalognummer verwendet wird und der Ort der Auflieferung in Klammer gesetzt wird. Beispiel: ein Beleg der Weltrundfahrt, befördert von Friedrichshafen bis Lakehurst, erhält folgende Überschrift (mit A und L sind die Uhrzeiten von Aufstieg und Landung angegeben): 27.-29.8.1929 (Friedrichshafen)-Los AngelesLakehurst (A 00.15, L 07.12) und die Katalognummer 31). (Die Katalognummern der Fahrtbelege sind immer mit einer Klammer abgeschlossen, den Grund erfahren wir später). Tatsächlich wurde aber unser Beleg mit den Fahrtennummern 29, 30 und 31 befördert. Die korrekte Katalognummer wäre also 29/30/31, und die korrekte Überschrift 15. -29.8.1929 Friedrichshafen-Lakehurst (A 04.35, L 07.12). Ich gebe zu, dass eine mehrstellige Katalognummer wie 29/30/31 unpraktisch ist, aber logisch richtig wäre sie und vor allem auch verständlicher. Denn die im Katalog verwendete verkürzte Form ist nur nach längerem Gebrauch zu verstehen. Die Fahrtennummer 31 (also gemäss Fahrtenverzeichnis die Etappe Los Angeles-Lakehurst) gibt es ja auch als Beleg, nämlich die amerikanische Post Los Angeles-Lakehurst. Diese findet man dann unter «Amerikanische Post» unter der Überschrift «(Lakehurst)-Los Angeles-Lakehurst (2. Landung)» mit der Katalognummer 31A)b Los Angeles-Lakehurst. Zur Klarstellung wäre eine entsprechende Überschrift über die Katalognummern 28) bis 32) «Deutsche und Vertragsstaatenpost» hilfreich. Die Ergänzung «2. Landung» bei «Lakehurst» ist deshalb notwendig, weil mit der 1. Landung in Lakehurst offenbar die Landung nach der Amerikafahrt am 5.8.1929 gemeint ist (Kat. Nr. 27)), was aber dort nicht vermerkt ist. Die Rückfahrt der Amerikafahrt Lakehurst-Friedrichshafen wurde bekanntlich amerikanischerseits als erste Etappe der Weltrundfahrt angesehen, deutscherseits aber als Rückfahrt von der Amerikafahrt. Michel katalogisiert diese Rückfahrt unter der Weltrundfahrt (Kat. Nr. 28)), erwähnt aber nicht, dass die (oder einige) Bordpost-Belege dieser Rückfahrt mit dem Sonderstempel der Amerikafahrt - und nicht der Weltfahrt - versehen wurden. Allein aus diesem Grund sollte die Rückfahrt von der Amerikafahrt 1929 auch unter der Überschrift Amerikafahrt katalogisiert werden. Bei der amerikanischen Post dieser Rückfahrt, Kat. Nr. 28A), 29A), 30A) und 31A), kann ja ein entsprechender Vermerk eingefügt werden. Katalognummern ohne die Klammer am Ende der Nummer sind für Zeppelin-Briefmarken vorgesehen. Die Nummern der Zeppelin-Briefmarken entsprechen der Numerierung in den Michel-Katalogen. Sie sind jeweils an der Stelle abgebildet und beschrieben, wo sie im Zusammenhang mit einer Fahrt ausgegeben wurden. Wenn man diesen kleinen Unterschied (die Klammer!) nicht beachtet, kann dies zu Missverständnissen führen. Neu im Michel-Katalog ist die Katalogisierung der Vertragsstaaten- und Mitläuferpost anschliessend an die betreffende Fahrt. Die ist für GeneralSammler (und den Handel) sicher von Vorteil, für denjenigen, der nur die Post eines bestimmten Landes sammelt, weniger. Interessant ist dabei die ungeheure Zunahme der Vertragsstaaten in den Jahren ab 1932. Eine solche Auflistung hat man bisher noch nicht gesehen. Die Bewertungen sind der heutigen Marktlage angepasst. Facit: der Zeppelin-Teil im neuen Michel-Katalog ist eine enorme Leistung und verdient die Anerkennung der Sammler. Verbesserungen in einer nächsten Auflage sind wünschenswert; die erste Ausgabe eines neuen Kataloges kann niemals perfekt sein! 2) Zum Flugpost-Teil: Hier wird den Sammlern deutscher Flugpost bis 1945 endlich ein kompletter, ausführlicher Katalog vorgelegt, der den Charakter eines Handbuches hat. Die Arbeit, die in diesen Seiten steckt, kann man kaum ermessen. Der Autor hat im Kapitel «Erstund Eröffnungsflüge» richtigerweise nur diejenigen Etappen bewertet, die tatsächlich existieren (oder von denen er Kenntnis hat), die übrigen Etappen sind als «spätere Flüge» bewertet. So ist jeweils die Eröffnung und die Einstellung einer Linie angegeben.
Der Aufbau und die Numerierung erinnern etwas an den Schweizer Luftpost-Katalog ... Katalogisiert und abgebildet in separaten Kapiteln sind auch die Flugplatz- bzw. FlughafenStempel, die Flugleitungsstempel, die Fliegerhorst-Stempel, die Luftpost-Aufgabestempel, die Stempel der Luftgaupostämter, die Luftpost-Bestätigungsstempel, weitere in- und ausländische Bestätigungsstempel, Flugunterbrechungs- und Flugausfallstempel, Sonder- und Werbestempel, halbamtliche Flugmarken, Luftpost-Ganzsachen. Als Abschluss folgt ein alphabetischer Index der Erst- und Eröffnungsflüge 19)9 1945. Lieber Sammler, was willst Du mehr? Der Katalog umfasst 400 Seiten, davon 11 Seiten für die Einführung, 192 Seiten für den ZeppelinTeil und 195 Seiten für den Flugpost-Teil. Format und Druck entsprechen dem Standard der MichelKataloge. Der Verkaufspreis des Kataloges beträgt in Deutschland DM 68.-, in der Schweiz CHF 68- und ist im Fachhandel erhältlich.
SIEGER Zeppelinpost-Katalog 1995
21. Auflage, Sieger-Verlag, Lorch/Wttbg.
Der Katalog ist gegenüber der 20. Auflage völlig neu bearbeitet. Das Format blieb in der gewohnten Grosse, der Inhalt ist in kleinerer aber gut lesbarer Schrift auf 419 Seiten angewachsen (20. Auflage: 384 Seiten). Die Bindung ist nun einwandfrei (keine «fliegenden Blätter» mehr!). Auffallend und das Aufsuchen bedeutend erleichternd sind die Überschriften auf jeder Seite und die mit Grauton hinterlegten Bezeichnungen der Fahrten. Zu Beginn jedes Jahres sind neu die offiziellen Fahrtenverzeichnisse wiedergegeben, komplett mit Daten und Uhrzeiten der Aufstiege und Landungen, was für den Sammler ausserordentlich hilfreich ist. Auf die verschiedenen Typen des Sonderstempels von Recife (28 MAI 30) wird jetzt hingewiesen, eine Katalogisierung «bleibt einer späteren Auflage vorbehalten». Die vier Typen des grünen Sonderankunftsstempels von Lakehurst (MAY 31 1930) werden genau beschrieben, jedoch nicht verschieden bewertet. Die Bordpost der Palästina-Rundfahrt (Nr. 104.c) wird wiederum erwähnt und bewertet, obwohl keine existiert (siehe «Die Orient- und Ägyptenfahrt des LZ 127» von Fred Blau & Cyril Deighton, Seite 30). Oder sollte in der Zwischenzeit solche aufgetaucht sein? Der allgemeine rote Bestätigungsstempel für die Südamerika-Post (ab 1934) mit dem Kennbuchstaben «e» wird zum ersten Male bei der 1. Südamerikafahrt 1935 erwähnt (Nr. 290.B). Eine Abbildung dieses Stempels wäre hier wünschenswert. Fraglich bleibt mir die Verwendung dieses Stempels bereits bei dieser Fahrt. Der Verzögerungsstempel «Wegen der Unruhen in Brasilien verzögert» wird nun in zwei Typen erwähnt und abgebildet. (Nr. 342). Meines Wissens gibt es noch weitere Typen dieses Stempels. Interessant wäre zu erfahren, wo dieser Stempel angebracht wurde. Die Existenz von verschiedenen Typen dieses Stempels lässt darauf schliessen, dass er nicht in Friedrichshafen, sondern bei mehreren «Verteil-Poststellen» in Verwendung war. Die Abbildungen von Marken und Stempeln wurden durchwegs verbessert. Die Bewertungen sind gegenüber der 20. Auflage von 1981 mit wenigen Ausnahmen erhöht worden. Zu den Ausnahmen gehören die Belege der Italienfahrt von San Marino und den italienischen Kolonien, die seinerzeit der Spekulation unterworfen waren. Auch «Satzbriefe» wurden im Preis zurückgenommen, was dem heutigen Desinteresse an diesen überfrankierten Belegen entspricht. Die Anhebung der Preise mag darin begründet sein, dass dieser Katalog für viele Jahre (der letzte erschien 1981!) Gültigkeit behalten soll. Im Kapitel «Vertragsstaatenpost» sind die ItalienBelege ab 1932 in den Abschnitt «ItalienischSomaliland» gerutscht. Hier hat der Computer versagt. Überhaupt muss man bei genauer Durchsicht des Kataloges feststellen, dass eine grosse Anzahl von Druck- und Flüchtigkeitsfehlern unbemerkt geblieben sind, was wohl mit einer übereilten Herausgabe des Kataloges zusammenhängt. Das tut jedoch dem Wert dieses Werkes keinen Abbruch. Der Redaktion ist der Dank der Sammler für diese enorme Leistung gewiss. Der Verkaufspreis des Kataloges beträgt nur DM 24.50 oder CHF 23.50. Bezug im Fachhandel oder beim Sieger-Verlag in D-73545 Lorch/Wttbg oder FL-9485 Nendeln.
Posttraktatenbücher der Postdirektion Zürich
5 Bände, total 2334 Seiten, Epoche 1724-1849, Format A3, in Kunstleder gebunden, (TotalGewicht 28 kg). In Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Zürich und der Generaldirektion PTT, Bibliothek und Dokumentation. Für den Postgeschichtler dieses Gebietes eine Fundgrube mit Verordnungen, Tarifen, Postverträgen etc. Sollten Sie Interesse für dieses ausserordentliche Werk haben, von dem nur eine geringe Anzahl Kopien erstellt wurde, bestellen Sie dieses (unter Einzahlung von Fr. 650.- auf PC 10-5271-2) bei:
Consilium Philateliae Helveticae Postfach 108, 6976 Castagnola
Marcel Kottelat
Studie über die Schweizer Hotelpost
199 Seiten, Leineneinband, Format 18 x 25 cm, 114 farbige und 22 Schwarzweiss-Illustrationen. Preis Fr. 190.-, Zumstein-Verlag. Kurz vor seinem allzufrühen Hinschied konnte Marcel Kottelat dieses hochinteressante Werk noch vollenden, das nun als Vermächtnis eines bedeutenden Philatelisten die Literatur der Schweizer Philatelie bereichert. Schon vor Marcel Kottelat hatten sich einige bekannte Philatelisten unseres Landes mit dem Thema der Hotelpost befasst und darüber geschrieben, er hingegen hat mit seiner Studie ein grundlegendes Werk geschaffen, das die Bezeichnung Handbuch in allen Teilen verdient. Er definiert zu Beginn den Begriff Hotelpost, untersucht die Bedürfnisse einer solchen insbesondere für Betriebe in abgelegenen Gebieten, ihre Vereinbarkeit mit dem eidg. Postregal, die Einflüsse nichtpostalischer Art, wie Philatelie, Werbung usf., die bei der Ausgabe mitbestimmend waren. Die katalogmässige Erfassung der einzelnen Ausgaben ist minutiös und umfassend, mit vielen Details und Anregungen zur Spezialisierung. Das Buch ist nicht nur für den Spezialsammler von hohem Interesse, es vermittelt auch von einer bisher ungewohnten Warte aus einen Einblick in die touristische Blütezeit unserer Hotellerie im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Erhältlich beim POSTGESCHICHTE- Verlag, Postfach 174, CH-8024 Zürich 1.
ZACK, Die Posttaxen der Schweiz ab 1875 Band 2: Ausland
222 Seiten, Taschenbuchformat, Preis Fr. 16.-
Offenbar erwartet man schon von jugendlichen Sammlern, dass sie sich mit den In- und Auslandbrieftaxen beim Zusammenstellen ihrer Sammlungen beschäftigen. Es erstaunt deshalb nicht, dass es ausgerechnet die Kommission für Jugendphilatelie war, welche die Initiative zur Herausgabe dieses nützlichen Führers durch den Dschungel der Posttarife ergriffen hat, dessen zweiter Teil mit der Behandlung der Auslandtaxen uns nun ebenfalls im handlichen Taschenbuchformat zur Verfügung steht. Fast die Hälfte des Textes ist einer Ergänzung des Bandes l über die Inlandtaxen vorbehalten und enthält auch eine Reihe von Berichtigungen und Korrekturen zu diesem ersten Teil, dazu noch eine leicht verständliche Übersicht in tabellarischer Form und ein kleines Lexikon wichtiger Fachausdrücke in drei Sprachen. An die zwei Dutzend Fachleute haben an der Entstehung dieses unscheinbaren, aber äusserst nützlichen Hilfsmittels mitgewirkt, das sich nicht nur an die Jugendlichen, sondern auch an die fortgeschrittene Sammlergeneration wendet. Unentbehrlich für jeden Schweiz-Briefsammler!
Offenbar erwartet man schon von jugendlichen Sammlern, dass sie sich mit den In- und Auslandbrieftaxen beim Zusammenstellen ihrer Sammlungen beschäftigen. Es erstaunt deshalb nicht, dass es ausgerechnet die Kommission für Jugendphilatelie war, welche die Initiative zur Herausgabe dieses nützlichen Führers durch den Dschungel der Posttarife ergriffen hat, dessen zweiter Teil mit der Behandlung der Auslandtaxen uns nun ebenfalls im handlichen Taschenbuchformat zur Verfügung steht. Fast die Hälfte des Textes ist einer Ergänzung des Bandes l über die Inlandtaxen vorbehalten und enthält auch eine Reihe von Berichtigungen und Korrekturen zu diesem ersten Teil, dazu noch eine leicht verständliche Übersicht in tabellarischer Form und ein kleines Lexikon wichtiger Fachausdrücke in drei Sprachen. An die zwei Dutzend Fachleute haben an der Entstehung dieses unscheinbaren, aber äusserst nützlichen Hilfsmittels mitgewirkt, das sich nicht nur an die Jugendlichen, sondern auch an die fortgeschrittene Sammlergeneration wendet. Unentbehrlich für jeden Schweiz-Briefsammler!