Buchbesprechungen
Paolo Vollmeier, Vito Mancini
Storia postale del Regno di Napoli dalle origini all'introduzione del francobollo
Wenn man, rein theoretisch, den Vater des Studiums der italienischen Vorphilatelie wählen müsste, würde wohl für Paolo Vollmeier entschieden werden, der in vielen Jahren intensiver Forschung der Stempel und Entwertungen, die in Italien in der vorphilatelistischen Epoche benutzt wurden, bedeutende Werke herausgebracht hat, die sich zu einem umfassenden Nachschlagwerk für diesen Bereich entwickelt haben. Wir denken da an «Die vorphilatelistischen Stempel von Mailand, vom Ursprung bis 1850», veröffentlicht im Jahr 1976 und an den «Katalog der Poststempel von Lombardo-Veneto, vom Ursprung bis zur Einführung der Briefmarke» aus dem Jahr 1979. Diesen Werken folgte im Jahr 1974, auch wenn es chronologisch vor den anderen zwei Werken herausgegeben wurde, «Die toskanischen Poststempel aus der vorphilatelistischen Periode bis zum Jahr 1851», erster Band der Monographie der Toskanischen Post von Filippo Bargagli Petrucci. Im Jahr 1985 folgten dann die 3 Bände über die «Postgeschichte des Königreiches Sardinien, vom Ursprung bis zur Einführung der Briefmarke».
Das vorliegende Werk über die «Postgeschichte des Königreiches Neapel, vom Ursprung bis zur Einführung der Briefmarke», das auch 3 Bände umfasst und in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten für die neapolitanische Philatelie Vito Mancini geschrieben wurde, ist ein weiteres Mosaiksteinchen für die Vorphilatelistische Epoche der Alt-Italienischen Staaten.
Auch im Königreich Neapel basierte der Postdienst am Anfang auf offiziellen oder freiwilligen Leistungen: man denke nur an die Dienste, die in der Zeit der Staufer, vor allem unter Friedrich II, von den Universitäten Salerno und Neapel geleistet wurden. Im 16. Jahrhundert entstand der «cursus publicus» mit der Einführung des , auch wenn es sich immer noch um eine Organisation handelte, die dem Staat unterstellt war. Nach der Übernahme der Macht durch die Bourbonen und nachdem Neapel wieder Hauptstadt eines unabhängigen Königreiches geworden war, wurden die Strassen, die sich in den vielen Jahrhunderten der Verwahrlosung zu Eselspfaden verwandelt hatten, wiederhergestellt. Leider hielten die chronischen Probleme, wie Diebstahl, Überfälle, Schikanen aller Art und Schmiergelder an, die dem so wichtigen Postdienst dieses geographisch sicher nicht einfachen Gebiets sehr schadeten. Vincenzo Cuoco sieht übrigens in der mangelnden Kommunikation eine Schuld für das Scheitern der Revolution im Jahr 1799. Während der
Der 2. Band von Paolo Vollmeier, der auch Autor des 3. Bandes ist, ist ein Führer zum eigentlichen Katalog. Der an Stempeln und Annullierungen interessierte Sammler hat sehr oft das Problem, Antwort auf seine Fragen und Erklärungen für den Gebrauch der verschiedenen Stempel zu finden. In 51 Kapiteln gibt der Autor Erklärungen aufgrund bekannter Dokumente, formuliert Hypothesen wo das Dokument fehlt, liefert Lösungen aufprägen, indem er die Mitarbeit des Lesers stimuliert, kurz gesagt: er fördert den Dialog zwischen Autor und Leser. Der 3. Band ist der eigentliche Katalog: für jeden Ort, in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt, werden Angaben bezüglich der geographischen Position gemacht, es werden die Einwohnerzahl, die Entfernung in Meilen von Neapel und der entsprechende Zuständigkeitsort aufgeführt, mit den notwendigen Bemerkungen zu den jeweiligen Stempeln. Darauf folgt die Auflistung und Abbildung der Stempel mit Angabe der bekannten Daten, des Gebrauchszwecks, der Stempelfarbe und der Punktbewertung. Es bleibt uns nun nichts anderes übrig, als auf ein ähnliches Werk über Sizilien zu warten, von dem wir wissen, dass es schon in Bearbeitung ist.
Technische Daten: Drei Bände von total 1562 Seiten, zusätzlich eine Zusammenfassung in deutsch, englisch und französisch. Format 21 x 29,7 cm. Zweifarbig und vierfarbig. Feines Papier. Gebunden in Leinwand. Zuzüglich ein Schuber. 741 Abbildungen zweifarbig und vierfarbig, 86 Dokumente, davon vier in Grossformat. Über 100 Notizen aus dem Staatsarchiv Neapel. Im Katalog über 2000 Stempel und handschriftliche postalische Vermerke. Preis sFr. 380.- (Porto CH Inbegriffen). Bestellungen an den Autor: Paolo Vollmeier, Via Cortivo 22c, CH-6976 Castagnola, Switzerland, Fax 091 9719400.
Vito Salierno
Harry v. Hofmann
3AKA3HOE - Recommandirt Die eingeschriebenen Postsendungen im Kaiserreich Russland
Auf 320 Seiten im Format 16,9 x 24 cm wird die faszinierende Geschichte dieser Versendungsform in der Zeit vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des ersten Weltkrieges 1918 übersichtlich dargestellt, mit mehr als 240 Illustrationen.
Gegliedert ist das Buch in die Kapitel:
Die frühe Zeit / REKOMENDOWANO / 3AKA3- HOE / St. Petersburger R-Stempel / Ausländische R-Zettel als Ergänzung / Registrierzettel von 1899 / 3-Zettel und R-Zettel im UPU-Muster / Ein neuer Typ des R-Zettels / Die doppelten Registrierzettel / Aushilfsmassnahmen / Die Numerator-Stempel / Mit besonderer Quittung (Recipisse) / Gemäss Postanzeige auszuhändigen / Mit Zustellurkunde / Aus dem Briefkasten / Mit Korrektur / Nachsendungen (Sprawka) / Einschreiben über Telegraphenkontore / Mit der Bahnpost/Mit der Schiffspost / Used abroad / Einlieferung bei Hilfspoststellen / Einschreiben über die Feldpost / Selbstbucher / Einschreiben per Automaten / Die «Stumme Periode» im ersten Weltkrieg / Eingeschriebene Sendungen und die Kriegszensur / Die Gummi-Registrierstempel von 1916/18 / Postaustausch während des Krieges / Quittungen / Nachforschung und Erstattung / Nachnahmen / Päckchen und Pakete / Semstwo / Russische Post in Polen / Russische Post in Finnland (Hinweis) / Spätverwendung / Quellen Das Buch ist als Broschur mit Fadenheftung zum Preise von DM 68,- zzgl. Versandkosten lieferbar. Bestellungen an: Harry v. Hofmann Verlag, Postfach 5205 18, D-22595 Hamburg
Valter Astolfi
«Occupazioni ed annessioni italiane nella seconda guerra mondiale (Albania, Francia, Grecia, Jugoslavia), 1939-1943 La posta civile» (Italienische Besetzung und Annektion ausländischer Staaten im Zweiten Weltkrieg, Albanien, Frankreich, Griechenland, Jugoslawien, 1939- 1943 Die private Post)
Wieder überrascht uns Valter Astolfi mit einem interessanten Werk, und zwar über die Zivilpost in den von Italien besetzten Gebieten des letzten Weltkrieges (1939-1943): Albanien, Frankreich, Griechenland und Jugoslawien. Vorerst eine geschichtliche Darstellung, hierauf die verwendeten Briefmarken, Ganzsachen, postalischen Tarife und Stempelkatalog. Dann folgen Sonderkapitel wie Zensur, Charge, Literaturangaben, etc. Und dies für jedes der 4 besetzten Länder. Das Buch ist reich illustriert und für den Sammler dieses Gebietes eine wahre Fundgrube. Es umfasst 625 Seiten. Preis 120.000 Lire. Verlag: Fiorenzo Zanetti Editore, Via Rovello l, 1-20121 Milano