Probleme zwischen Ghzt. Würzburg und Kgr. Bayern 1810/11


Tabellarische Übersicht:

Vorbemerkung:
Da es sich bei diesem Artikel sozusagen um eine aktuelle theoretische Arbeit handelt, die alleine auf Aktenmaterial gestützt ist, konnten noch keine einschlägigen Briefe gefunden werden. Dies mag nicht zuletzt dadurch berechtigt sein, dass es nach Ansicht des Autors für den Sammler wenig erfreulich ist, immer nur längst materialiter abgegraste Zusammenhänge zu erfahren. Gerade der ganz aktuelle Stand der Forschung soll den Lesern die Möglichkeit zur lohnenden Materialsuche im Neuland geben.

Postorte im Gzht. Würzburg: Dettelbach, Hassfurt, Karlstadt, Kissingen, Kitzingen, Königshofen, Mainbernheim, Mellrichstadt, Münnerstadt, Neuses, Neustadt/Saale, Oberlauringen, Ochsenfurt, Poppenhausen, Rossbrunn, Schweinfurt, Sommershausen, Stettfeld, Werneck, Würzburg.
Bekanntlich kam das Ghzt. Würzburg erst 1814 zu Bayern und unterstand postalisch den taxisschen Lehensposten. Seit der Verstaatlichung der Post in Bayern waren die Beziehungen mit dem Ghzt. Würzburg gespannt. Dies lag vor allem an der territorialen Situation, weil die bayerische Stadt Schweinfurt isoliert inmitten des Würzburger Territoriums lag und sich daraus immer wieder strittige Fragen des Transites ergaben. Ebenso problematisch war die Grenzziehung im Bereich Bamberg. Der Postaustausch über den wenige Meilen vor Bamberg gelegenen bayerischen Grenzort Stettfeld war durch Streitigkeiten über den Gebührenbezug der beiden Postverwaltungen belastet.
Mit dem 11. September 1810 wurden die beiden Orte Schweinfurt und Stettfeld an das Ghzt. Würzburg abgetreten, so dass sich die Lage hätte entspannen können. Statt dessen kam es aber erst recht zu Auseinandersetzungen, die sich in einem Aktenvorgang detailliert nachlesen lassen (BayHStA Postakt 1092). Der Sachverhalt ist auf den ersten Blick in der Vielfalt seiner Aspekte und Argumentationen verwirrend, bietet aber ein äusserst anschauliches Beispiel für die postalischen Konfliktsituationen zwischen Postverwaltungen Anfang des 19. Jhs. Gerade für solche Leser, die mit der Systematik dieser Zeit weniger vertraut sind, ermöglicht die folgende Geschichte Einsichten und Verständnischancen in die Situation dieser Zeit. Darüber lassen sich alle Vorgänge ausgezeichnet an Briefen nachweisen, weil die Details der Aktenvorgänge vielfach umsetzbare Hinweise auf die konkrete Postpraxis geben. Der Zeitraum der Auseinandersetzung ist allerdings auf wenige Monate beschränkt, so dass die Suche nach einschlägigen Briefen nicht leicht sein dürfte
Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass die genannten Schwierigkeiten leicht vermeidbar gewesen wären, wenn es zwischen den Postverwaltungen bereits im Vorfeld zu einer klärenden Kommunikation gekommen wäre. So aber fand die Auseinandersetzung hauptsächlich auf der Ebene der OPA. Würzburg und Nürnberg statt und artete in Verdächtigungen und Kleinkriegsatmosphäre aus. Offenbar waren auch von Seiten der Generaldirektionen die Klärungsversuche an die Postbehörden vor Ort eher dazu angetan, neue Missverständnisse zu schaffen, so dass alle Facetten an Missverständnissen durchgespielt werden konnten.
Die Auseinandersetzungen begannen Anfang Oktober 1810, als die Würzburger Postorte anfingen, ihre Briefe nach Bamberg ohne Vorankündigung entgegen den bisherigen Gepflogenheiten zu taxieren. (Obwohl Schweinfurt und Stettfeld seit dem 11.9.1810 zum Ghzt. Würzburg gehörten, begann die neue Taxierung erst mit dem neuen Quartal, also dem 1. Oktober.) Als Begründung führte das OPA. Würzburg den Umstand an, dass zum einen Schweinfurt nun gegenüber Bayern Ausland sei und zweitens aus Würzburger Sicht nun Bamberg das Grenzpostamt sei, dagegen aus Bamberger Sicht Stettfeld. Zwischen beiden Postgebieten galt seit 1.7.1808 die Regelung, dass neben der Möglichkeit von Portobriefen, Frankobriefe nur bis zur Grenze zugelassen waren. Dies bedeutete, dass Würzburg sich nun die Freiheit nehmen konnte, seine Briefe nach Bamberg auch tatsächlich bis Bamberg selbst zu frankieren. Wie aus der Tabelle zu ersehen ist, kostete vorher ein Brief von Würzburg nach Bamberg et v.v. sowohl porto wie franko 4+4, nun sollte er 6+2 betragen. Bayern hätte also bei diesen Briefen 2 kr. verloren.
Im Falle von Schweinfurt sah das Verfahren so aus, dass Schweinfurt seine Briefe nach Bamberg, franko wie porto, bis zur Grenze mit 4 kr. berechnete, während vorher, als Schweinfurt noch bayerisch war, die Gesamttaxe auch nur 4 kr. kostete. In diesem Fall hätte Bayern gar keinen Gebührenanteil erhalten. Das PA Bamberg formulierte diesen Umstand in einem Schreiben vom 1.10.1810 folgendermassen: «... so würde nach der neuen manipulation der f.TT. Regieposten die k. bayer. Postanstalt von den von oder nach Bamberg laufenden Schweinfurter Briefen dermalen gar nichts - von den Würzburger Briefen aber 2 kr. per Stück beziehen».
Auch das PA. Bamberg sah ein, dass durch die neuen Grenzziehung dieses Verfahren eigentlich nicht zu beanstanden sei, aber man versuchte aus der Tatsache, dass ein Bamberger Postillon das Felleisen von und nach Stettfeld transportierte, eine Berechtigung für den fortdauernden Anspruch auf 2 kr. abzuleiten
Um den drohenden Verlust abzuwenden, knobelte der PM. von Bamberg einen Antrag an die bayer. GPD. in München aus, wonach die gesamte Post von Bamberg nach Würzburg über Neuses umgeleitet werden solle und dadurch Bayern eine längere Wegstrecke mit höherem Gebührenbezug bekomme. [Auf die Problematik dieses Vorschlages will ich hier nicht näher eingehen, es wäre Stoff für einen weiteren Artikel]

Einschlägige Briefe müssten entsprechend der folgenden Tabelle taxiert sein:

Erläuterungen:
Bei den Daten 1.7.08 -1.10.10 können wir davon ausgehen, dass tatsächlich so taxiert wurde.
Ein Frankobrief von Würzburg nach Bamberg et v.v. trägt hinten 4 kr franko und vorne 4 kr. porto.
Ein Portobrief von Würzburg nach Bamberg et v.v. trägt vorne die Taxen 4 + 4 = 8 porto.
Ein Frankobrief von Schweinfurt nach Bamberg et v.v. trägt hinten 4 kr. bayer. Franko.
Ein Portobrief von Schweinfurt nach Bamberg et v.v. trägt vorne 4 kr. bayer. Porto.
Bei den Daten ab 1.10.10:
Ein Frankobrief von Würzburg nach Bamberg et v.v. trägt hinten 6 kr. franko und vorne 2 kr. porto.
Ein Portobrief von Würzburg nach Bamberg et v.v. trägt vorne 6 + 2 = 8 kr. porto.
Ein Frankobrief von Schweinfurt nach Bamberg et v.v. trägt hinten 4 kr. aber eben Würzburger Franko.
Ein Portobrief von Schweinfurt nach Bamberg et v.v. trägt vorne 4 kr. Würzburger Porto.

Andere Postorte des Ghzt. Würzburg folgten dieser Regelung nach dem Würzburger Vorbild entsprechend. Würzburg ist hier nur als Beispiel zu verstehen, während Schweinfurt wegen der Territorialveränderung die Ausnahme bildet. Schweinfurt hat auf den Protest Bambergs insofern reagiert, als die 2 kr. für den Postillontransport anerkannt wurden, so dass Schweinfurt ab dem 7.10.10 anders taxierte:
mit Skr. Und Bamberger Postmeister konnten es nicht unterlassen, angebliche Gehässigkeiten des Kitzinger Postamtes zu vermelden: «... zugleich hat es sich bisher noch immer den Spaß gemacht, auf den hierher laufenden Briefen das «Franko Grenze» auszustreichen und mit ungeheuer großen Buchstaben «fco. Bamberg» darauf zu bemerken.»
Selbstverständlich hatten die ghzgl. Postämter folgerichtig gehandelt, und das OPA. Würzburg schrieb deshalb (7.1.1811): «Das Anschreiben das irrige Zutaxieren des PA. Kitzingen ... betreffend, hat man die Ehre dahin zu beantworten, dass dieser Zutax ganz der Lage der Sache angemessen.» Die bisher Bamberg überlassenen 2 kr. werden damit erklärt, «daß man noch nicht bestimmt wußte, ob der diesseits gemachte Vorschlag, die gegenseitige Ausgleichung der Retournahme von Stettfeld nach Bamberg und von Kitzingen nach Possenheim angenommen werde. Da nun aber dieser Vorschlag wirklich angenommen worden, so wurde unterm heutigen das hiesige OPA. angewiesen, bei der nach Bamberg laufenden Korrespondenz das Porto bis loco Bamberg bei den frankierten zu erheben, sowie von den unfrankierten das volle Porto bis Bamberg anzusetzen.»

Die Briefe aus dem Würzburgischen wurden also ab 1. bzw. 7.1.1811 bis ca. 73.1811 taxiert (Beispiele)
Ein Frankobrief von Würzburg nach Bamberg trägt hinten 8 kr. franko Bamberg.
Ein Portobrief von Würzburg nach Bamberg trägt vorne 8 kr. porto. Ein Frankobrief von Schweinfurt nach Bamberg trägt hinten 5 kr., franko Bamberg
Ein Portobrief von Schweinfurt nach Bamberg trägt vorne 5 kr.
Ein Frankobrief von Kitzingen nach Bamberg trägt hinten 8 kr., franko Bamberg.
Ein Portobrief von Kitzingen nach Bamberg trägt vorne 8 kr.

Was die Bamberger bei ihren Briefen nach dem Ghzt. gemacht haben, geht aus den Akten nicht hervor. Sie werden wohl zunächst das alte Verfahren beibehalten haben.
Erneut ging die briefliche Diskussion zwischen Nürnberg und Würzburg hin und her, bis schliesslich Würzburg den Vorschlag unterbreitete, die Sache den Generaldirektionen vorzulegen und bis dahin die Würzburger Taxen zu akzeptieren bzw. bis zur höchsten Entscheidung aufzunotieren.
München reagierte auf die ganze Sache unter dem 28.1.1811 an die GD. der taxisschen Lehensposten. Dieses Mal hatte der Sachbearbeiter von Schönhammer offenbar einen guten Tag. Er bezog sich in seiner ablehnenden Haltung gegenüber den Würzburger Taxierungen auf den provisorischen Postvertrag zwischen Bayern und Würzburg vom 8.6.1808. Darin war festgelegt worden,
a. «daß man sich bis zu einer definiten Regulierung des gegenseitigen Taxwesens [erfolgte erst im Laufe des Jahres 1811] das Porto einstweilen nach den bestehenden Tarifen und künftig nach den zu erfolgenden aller gnädigsten landesherrlichen Bestimmungen ersetzen wolle.
b. das man das Porto, wo es sich durch Zusammenschlagen der beiden Taxen dem Publikum zu lästig erscheinen würde, mäßigen werde.»
Daraus zog Schönhammer einen wahrlich verblüffenden Schluss, der Taxis alle Argumente aus der Hand riss: Die ganze Strecke von Schweinfurt über Würzburg nach Bamberg sei nun wieder in Taxisscher Hand, wie zu Zeiten der Reichspost, und deshalb müsse auch wieder der alte Reichsposttarif eingeführt werden, denn für eine andere bestehe keine landesherrliche Erlaubnis. Es sei völlig unzulässig, die durch die Trennung der Postverwaltungen bedingten zwei Taxen nun zusammengerechnet für Würzburger Rechnung zu erheben. Dieses Argument entbehrt nicht einer gewissen Genialität, gelang es damit doch, das Argument des Würzburger OPA. dialektisch ins Gegenteil zu verkehren.
Die taxissche Generaldirektion musste unter Windungen klein beigeben (16.2.1811) und teilte mit, dass das OPA. Würzburg sogleich angewiesen worden sei, künftig die Briefe von Würzburg nach Bamberg mit 6 kr. und die von Schweinfurt mit 4 kr. zu taxieren. In München war man mit dem Erfolg zufrieden. Bamberg sollte künftig bei diesen Briefen keine weitere Gebühr mehr für die Zustellung erheben. Dagegen bei den aus Bamberg abgehenden waren 2 kr. bayerisches Porto bzw. Franko zu erheben. Es dauerte aber noch einige Zeit, bis sich das Problem löste, weil Würzburg die Durchführung verschleppte und erst nach neuerlichen Reklamationen um den 7.3.1811 seine Taxierungspraxis änderte. Das PA. Bamberg scheint sich aber auch noch Fehltaxierungen geleistet zu haben, denn in den Akten findet sich ein Mahnschreiben, München 14.5.1811, das Bamberg befahl, künftig nicht mehr bei Lokalbriefen nach dem Ghzt. Würzburg 4 kr. bis Stettfeld, sondern 2 kr. zu erheben.
Es dauerte aber noch einige Zeit, bis sich das Problem löste, weil Würzburg die Durchführung verschleppte und erst nach neuerlichen Reklamationen um den 7.3.1811 seine Taxierungspraxis änderte. Das PA. Bamberg scheint sich aber auch noch Fehltaxierungen geleistet zu haben, denn in den Akten findet sich ein Mahnschreiben, München 14.5.1811, das Bamberg befahl, künftig nicht mehr bei Lokalbriefen nach dem Ghzt. Würzburg 4 kr. bis Stettfeld, sondern 2 kr. zu erheben.

Etwa ab 7.3.1811 taxierten:
Ein Frankobrief von Würzburg nach Bamberg trägt hinten 6 kr. franko Bamberg (+0).
Ein Portobrief von Würzburg nach Bamberg trägt vorne 6 kr. porto.
Ein Frankobrief von Schweinfurt nach Bamberg trägt hinten 4 kr., franko Bamberg (+0).
Ein Portobrief von Schweinfurt nach Bamberg trägt vorne 4 kr.
Ein Frankobrief von Kitzingen nach Bamberg trägt hinten 6 kr., franko Bamberg (+0).
Ein Portobrief von Kitzingen nach Bamberg trägt vorne 6 kr.
Ein Frankobrief von Bamberg nach dem Ghzt. Würzburg trägt hinten 2 kr. (+taxissches porto).
Ein Portobrief von Bamberg nach dem Ghzt. Würzburg trägt vorne 2 kr. porto (+ taxissches Porto).
Während März/April 1811 taxierte Bamberg wohl beide Sorten mit 4 kr.

Dieses an sich unbedeutende postgeschichtliche Hick-Hack bringt eine Fülle an Taxierungsmöglichkeiten mit sich, so dass jeder einzelne Privatbrief der Periode 1808 bis Mitte 1811 zwischen beiden Postterritorien als wichtiges Beweisund Argumentationsstück angesehen werden muss. Das Problem hatte ja nicht nur regionale Bedeutung für Bamberg etc., sondern wirkte auf den gesamten Postaustausch der beiden Territorien von jedem beliebigen zwischen allen Postorten aus. So ist anzunehmen, dass alle übrigen Postorte von Bayern, Ausnahmen Bamberg und Nürnberg, von der Auseinandersetzung nichts erfuhren und über die Folgen der Abtretung von Schweinfurt und Stettfeld nur ungenügend, wenn überhaupt, aufgeklärt wurden. Es ist daher von Interesse, wie etwa München taxiert hat. Die tabellarisch erfassten Taxierungen sind nur als Beispiele zu verstehen.
Eigentlich würde es schon der Probleme genug sein, aber die ganze Angelegenheit betraf auch die Transitpost. So geben die genannten Aktenstücke u.a. auch Auskunft über die Taxierungen der Briefe aus Frankfurt z.B. nach Bamberg. Bereits am Anfang der Auseinandersetzungen meldete Bamberg (7.10.1810): «Frankfurt manipuliert noch immer auf dem alten Fuß, selbes taxiert die über Schweinfurt hierher laufenden Briefe noch wie ehevor bis an die Grenze mit 6 kr. hierher und nimmt also keine Notiz, dass Stettfeld die dermalige Grenze sei, die hiesigen bayer. PA. beziehen daher von den Frankfurter Briefen noch wie ehevor 4 kr. diesseitiges Porto. »(= 10 kr.) Über diese vorteilhafte Praxis beschwerte man sich natürlich in Würzburg nicht. Unter dem 10.1.1811 bestätigte Bamberg, dass Frankfurt diese Praxis immer noch beibehalte. Aber es entstand eine bemerkenswerte Ungleichheit in der Behandlung der Frankfurter Briefe. Kamen sie nämlich in dem direkten Amtspaket aus Frankfurt nach Bamberg, kostete ein einfacher Brief wie gesagt 6 + 4, kamen aber Frankfurter Briefe in dem Würzburger Amtspaket nach Bamberg, was anscheinend recht oft geschah, dann wandte Würzburg seine neue Taxierungsmethode auch darauf an, so dass ein Frankfurter Brief 8 + 4 kostete. Die Empfänger in Bamberg werden sich darüber sicherlich gewundert haben. Das PA. Bamberg bemerkte dazu (10.1.1811): «Eine Verschiedenheit, welche doch wahrlich ebenso unbillig als für das Publikum höchst auffallend sein muß, was würde sich wohl ein Kaufmann denken, wenn er mit ein und der nämlichen Post 2 einfache Briefe bekäme, wovon der eine 10, der andere 12 kr kosten würde. Auf diese Art würde nicht nur allein der Adressat für einen Frankfurter Brief, der in dem Würzburger Paket hierher befördert zu werden das Mißgeschick hat, 2kr mehr bezahlen müssen, sondern auch das k. b. Ärar würde bei jedem derlei Brief 2 kr verlieren, weil uns Frankfurt den einfachen Brief nur mit 6 kr. zutaxiert und wir sohin hierorts noch 4kr. k.b. Porto nachnehmen können, wo wir bei den im Würzburger Paket ankommenden Briefen nur 2 kr nachnehmen dürfen.» Diese Verschiedenheit in den Frankfurter Briefen hat wohl bis Anfang März 1811 angehalten. In dem direkten Amtspaket von Frankfurt vom 1. März 1811 wurde dann die Praxis in Frankfurt geändert. Während die Sache mit Würzburg gerade ausgestanden war, taxierte nun Frankfurt seine Briefe franco Bamberg mit 10 kr. und immerhin betrug der Unterschied zur früheren Taxierungsweise allein in dem Amtspaket vom 1. März 5 fl. (= 300 kr.) Jetzt kostete also ein Frankfurter Brief nach Bamberg 14 kr. (10 + 4), wenn er im direkten Amtspaket von Frankfurt kam.
Der Postmeister von Bamberg zeigte sich darüber reichlich verärgert, wenn er dazu bemerkte (3.3.1811): «Man sollte doch wahrlich glauben, daß eine diesseitige GPD. der immerwährenden Neckerei der taxisschen Lehensposten endlich einmal würde - Maßregeln ergriffen würde, welche das Publikum, sowohl als das hiesige PA. von diesen Chicanen befreien.» Wahrscheinlich änderte dann Fankfurt mit dem nächsten Amtspaket wieder seine Praxis. In den Akten findet sich jedenfalls keine weitere Beschwerde diesbezüglich mehr. Wie Bamberg ab 1.3.11 seine Briefe nach Frankfurt taxierte, geht aus den Akten nicht hervor.