Buchbesprechungen
Roland F. Kohl
Die Schweizerischen Flugpost-Zuschlagstaxen ab 1919
Dieser Sonderdruck kommt demnächst im Postgeschichte-Verlag, Postfach 174, CH-8024 Zürich heraus. Format A4, 116 Seiten, 70 Briefabbildungen mit Portoerläuterung. Preis CHF 60- zuzügl. Versandkosten. Auf Wunsch vieler Sammler und Leser der FachZeitschrift «Postgeschichte» erscheint nun die Fortsetzungsreihe «Die Schweizerischen Flugpost-Zuschlagstaxen ab 1919», die seit 1980 bis 1996 in den Heften dieser Fach-Zeischrift abgedruckt wurde, in Buchform. Was 1919 so einfach begann (50 Rappen Zuschlag pro Sendung bis 250 g), entwickelte sich fast zu einer Wissenschaft, die für den Aufgeber einer Postsendung, aber auch für den Annahmebeamten, mit komplizierten Berechnungen verbunden war. Erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Zuschläge nach und nach vereinfacht, bis sie schliesslich ganz wegfielen oder in der gewöhnlichen Gebühr enthalten waren. Die Zusammenstellung der Flugpostzuschläge erfolgte aufgrund der Publikationen der PTT. Sie sind jahrgangsmässig nach Bestimmungsländern angegeben. Zusätzlich sind die Fluglinien und die Betriebsdauer erwähnt, da diese bei der Bestimmung der «richtigen» Frankatur von Bedeutung sein können. Zu beachten ist, dass die hier angegebenen Taxen Zuschlagstaxen sind, d.h. sie sind zu den gewöhnlichen Taxen hinzuzurechnen. Diese Taxen (für Postkarten, Briefe, Drucksachen, für Einschreiben und Express) sind im ZACKSonderdruck, in diversen Briefmarken-Katalogen und auch im Schweizer Luftpost-Handbuch zu finden. Für den Aerophilatelisten, der sich auch für die Geschichte der Luftpost interessiert, und vor allem auch für diejenigen, die ihre Sammlung einer Ausstellungs-Jury zur Bewertung vorlegen, ist die Angabe, ob der Beleg «richtig» frankiert ist, unerlässlich. Eine einfache tabellarische Übersicht, nach Ländern geordnet, kann die vielen Änderungen der Taxen und Gewichtsgrenzen nicht wiedergeben. Dieses Buch entspricht den Wünschen und Erfordernissen eines gewissenhaften Aerophilatelisten, denn es wurde von einem Sammler geschrieben, der diese Wünsche und Erfordernisse genau kennt. Dem Autor gebührt dafür der Dank der Aerophilatelisten!
Velizar M. Kardosch
Fürstentum Serbien, Postgeschichte und Briefmarken 1830-1882
Sammelgebie t Serbie n Das Fürstentum Serbien war einer der 22 Gründerstaaten des Weltpostvereins 1874 in Bern. Trotzdem war das Interesse für seine Briefmarken und die Postgebiete jahrzehntelang nicht sehr breit. Doch besassen oder besitzen mehrere grosse Philatelisten der Vergangenheit und der Gegenwart, Ph. Ferray, N.R. Oldfield, W. Dorning Beckton, M. Burrus, P. Brodtbeck, G. Barcella, um nur einige zu nennen, hervorragende Sammlungen dieses Landes. Auf von der FIP patronierten Briefmarken-Weltausstellungen der letzten Jahrzehnte wurden mehrere Serbienexponate gezeigt und mit den höchsten Auszeichnungen, Grand Prix International eingeschlossen, prämiert. Die bisherigen Beiträge zu diesem Thema beschäftigten sich mehrheitlich mit den Briefmarken, während der Aspekt Postgeschichte nicht sehr stark berücksichtigt wurde. Überhaupt wurden die ersten Aufsätze, die die serbische Philatelie betreffen, in Deutsch herausgegeben. Dies geschah um die Jahrhundertwende. Der letzte wesentliche Beitrag in Deutsch ist jener Deroccos über die Poststempel Serbiens aus dem Jahre 1936. Eine ähnliche Situation ist es mit dem Englischen, wobei die letzte etwas ausführlichere Veröffentlichung vor gut siebzehn Jahren erfolgt ist.
Einig e Besonderheiten de s Buche s
Die Auswertung von mehreren Hundert naturgemäss in serbischer Sprache verfassten und kyrillisch handgeschriebenen Dokumenten aus serbischen Archiven erfordert Serbisch als Muttersprache. Diese Voraussetzung trifft bei dem Autor des vorliegenden Buches zu, und er möchte mit dem vorliegenden Buch versuchen helfen, dieses Informationsmanko zu beseitigen und sowohl die erwähnten Dokumente als auch die in Serbisch geschriebene Literatur einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Nach jahrzehntelanger Sammelund Forschungstätigkeit sowie zehnjähriger Ausstellererfahrung ist es dem Verfasser gelungen, die meisten Seltenheiten und alle bisher bekannten im Fürstentum verwendeten Stempel kennenzulernen und in diesem Buch abzubilden. An dieser Stelle sei auf einige Besonderheiten dieses Buches kurz hingewiesen: - Es ist das erste, das sich unter Anwendung von mehreren Hundert einschlägigen Dokumenten aus serbischen Archiven ausführlich sowohl mit Briefmarken als auch mit der Postgeschichte des Fürstentums Serbien befasst. - Zum ersten Mal ist die Behandlung des serbischen Sanitätskordons in ein Werk über die Briefmarken und die Postgeschichte Serbiens integriert. - Bei diesem Buch handelt es sich um die erste Veröffentlichung, in der sämtliche im Fürstentum Serbien verwendeten Stempel abgebildet und bewertet und die grössten Seltenheiten der serbischen Vorphilatelie und Philatelie in einem Handbuch in Farbe wiedergegeben und bewertet sind. - In diesem Buch sind neben allen Aspekten der Philatelie des Fürstentums im engeren Sinne auch die frankierten Postformulare, Portostempel Serbiens, sämtliche Stempel der Feldpostämter des Fürstentums, die Postkarten und allem voran die Briefmarkenausgabe 1880 - 1890 enthalten und - Das Buch beschäftigt sich aber auch mit dem Österreichischen Konsularpostamt in Belgrad, den türkischen Vorläufern der 1878 dem Fürstentum zugesprochenen Gebiete, der Post der DDSG in Serbien und mit der Person des Philippe La Renotiere von Ferrary (1850- 1917) sowie seiner besonderen Beziehung zu Serbien. Fü r we n ist da s Buc h bestimmt ? Das Buch ist für jeden Sammler der klassischen Briefmarkenausgaben, Experten und Literaturliebhaber, jede Bibliothek, jedes Auktionshaus, den Briefmarkenhandel aber auch sowohl für den Serbien-, Österreich-, Türkei-, und DDSG-Spezialisten, den Sammler der desinfizierten Post als auch für den Einsteiger als Nachschlagewerk sehr zu empfehlen. Umfan g un d Ausstattun g de s Buche s Das Buch erscheint in zwei Sprachen (getrennte DEUTSCHE und ENGLISCHE Ausgabe) und umfasst ca. 400 Seiten im DIN A4-Format in jeder der beiden Sprachen. Darin enthalten sind über 200 Farbphotos und über 200 Schwarzweissabbildungen, die alle textbegleitend sind, so dass der Leser nicht nach Farbtafeln suchen muss. Dazu zwei grosse zweiseitige geographische Karten aus 1845 & 1878 in Farbe, 6 Kartenreproduktionen in Schwarz/Weiss, 40 Tabellen, 4 grosse Stempeltabellen/Kataloge mit fast 500 Stempelreproduktionen (über 330 Ortsstempel, über 150 Frankostempel und 17 Feldpoststempel). Die Deutsche Auflage umfasst 400 nummerierte Exemplare (in Englisch 600), Kunstdruckpapier 130 gr/m2, Fadenheftung, speziell solider Leineneinband mit kalt geprägten Goldbuchstaben, Einzelzelophanverpackung. Bestellmodalitäte n Preis: Sfr. 250.- (zuzüglich Sfr. 10.- für Porto!) Bestellungen bei: Dr. V. Kardosch, Alleestrasse 44, CH-8590 Romanshorn, Schweiz. Telefon (4171) 463 19 10, Telefax (4171) 4636833. Bankkonto bei: Credit Suisse, Schaffhauserplatz, 8021 Zürich, Schweiz. Kontonummer: 389032-01. Ausland-Bank-Einzahlungen: SWIFT VOLKCH 22 80A.
Joseph Uebelhart
Briefvermittler in Basel
In der Festschrift zum 100jährigen Bestehen des = Briefmarkensport - Columbia - Basel = bringt der Basler Sammler Joseph Uebelhart auf rund 50 Seiten eine Abhandlung über die Basler Briefvermittleroder Forwarder. In der dreiseitigen Einführung ist der Begriff, die Bedeutung wie auch die Entstehung in knapper, aber vollständiger Ausführung erläutert. Das Werk berücksichtigt leider nur die vorphilatelistische Periode, sodass die Vielzahl der Briefvermittler-Vermerke während des Deutsch-Französischen Krieges (1870/1) unberücksichtigt blieb. Trotzdem wurde die stattliche Anzahl von 75 verschiedenen Forwardervermerken von rund 60 verschiedenen Basler Forwardern erfasst. Da es sich hier um eine Erstlingspublikation über Basel handelt, werden sicherlich weitere Vermerke aus dem berücksichtigten Zeitraum gefunden, insbesondere wenn man beachtet, dass das Standardwerk über die Forwarder von Kenneth Rowe lediglich 7 Basler Briefvermittler erwähnt. Die tabellarische Erfassung der Forwarder unter Berücksichtigung von 8 Erfassungspunkten ist vorbildlich für die gesamte weitere Forschung auf diesem weiten, bis jetzt nur von Spezialisten beachteten Gebiet. Jedem Sammler von Briefvermittlern - auch wenn er sich nicht speziell für Basel interessiert - kann diese Schrift nur bestens empfohlen werden, setzt sie doch für weitere Publikationen auf diesem Gebiet eine qualitativ hohe Richtlinie, die kein weiterer Forscher mehr unterschreiten sollte.
Rene Simmermacher