Die „Rötelfalle „ auf österreichischen Briefen

In letzter Zeit häufen sich Anfragen zu Briefen, die innerhalb aber auch nach Österreich gelaufen sind und rückseitig unverständliche Zahlen in Rötel aufweisen.
Wie hinlänglich bekannt ist, arbeitete Österreich sehr lange (bis 1842) nach dem System des Aufgabefrankozwanges kombiniert mit einem Abgabeporto. Bei Inlandsbriefen wurde das Aufgabefranko fast nie auf der Rückseite vermerkt sondern lediglich vorderseitig durch einen Diagonalstrich als erledigt angedeutet. Briefe aus dem Ausland nach Österreich unterlagen dagegen dem Grenzfrankozwang und können ausser dem rückseitigen ausländischen Franko vorne nur einen Portoansatz (oft in Rötel) tragen. Des Rätsels Lösung ist verblüffend einfach:
Die rückseitigen Rötelzahlen geben lediglich das Datum der Ankunft an. Es lohnt sich also, bevor lange über mögliche Gebührenzuweisungen gerätselt wird, einen Blick auf das Abgangsdatum des Briefes zu werfen, um die rückseitigen Rötelzahlen mit Tag und Monat entsprechend zuordnen zu können. Es ist nicht alles eine Postgebühr, was danach auf den ersten Blick aussieht.

rücks. Datumsangabe in Rötel: