Buchbesprechungen
Gerald Heschl, Die Post in der Steiermark 1783-1850
Es ist schon besonders erfreulich, wenn wieder eine universitär-wissenschaftliche Arbeit zur Postgeschichte vorgelegt werden kann. Sie kann mit ihrer Detailgenauigkeit und intensiven Quellenarbeit überzeugen und viele verwertbare Hinweise für die praktische Arbeit liefern. Lesenswert ist bereits das erste allgemeine Kapitel zu den Postverhältnissen Österreichs bis 1850, weil hier wesentliche Grundlagen vermittelt werden, die jeder Postgeschichtler mit Interesse an Österreich kennen sollte. Der Hauptteil über die Postorte und Postkurse der Steiermark liefert zahlreiche Hintergründe und Zusammenhänge über den Lokalaspekt hinaus. Auch die Sammler internationaler Postverbindungen sollten sich daran gewöhnen, dass die örtlichen Verhältnisse nicht gleichgültig sind, denn schliesslich haben die Briefe hier durchpassiert und sind von den Situationen vor Ort beeinflusst. Beachtenswert ist darüber hinaus das fleissige Glossar und die ausführliche Literatur- und Quellenliste. Mehrfach beklagt der Autor die Ignoranz der Historiker gegenüber der Postgeschich te. Es wird aber zunehmend zweifelhaft, ob eine Anlehnung an etablierte Disziplinen der richtige Weg ist. Eigenes Profil ist wichtiger als universitäre Anerkennung. Erschienen in der Reihe: Dissertationen der Uni. Graz Nr. 109, 272 S. 29 DM. ISBN 3-7041-9069-1