Nach Argentinien via Antwerpen

Aus den Zehn Jahren zwischen 1868 -1878 sind einige Briefe auf den Markt gekommen, die mit den belgischen Paketbooten befördert wurden. Sie tragen meist den Absendervermerk „voie d'Anvers" und den Stempel „CONF.(ederacion) ARG(entina) PAQ(uebot) BELGE". Es sind etwa 35 Briefe registriert, die meist aus den deutschen Staaten stammen, vor allem mit Brustschild- oder D.R. Marken frankiert. (Ein Beispiel ist auf der Frontseite abgebildet). Interessant ist diese Linie nicht nur wegen ihrer Seltenheit (v.d. Linden bewertet den Stempel unter der Nummer 785 mit 10 Punkten). Sie reicht eben auch in die Frühzeit des Weltpostvereins hinein und ermöglicht damit Frankaturen, die von einigen Gebieten zu den grossen Seltenheiten zählen.
Neben einem Brief aus Wildbad in Württemberg, frankiert mit einer 50 Pf. Marke ist es der unten abgebildete Brief aus Bayern (Bamberg 12.11.1877) der besondere Beachtung verdient. Durch den Postvertrag zwischen Belgien und dem Norddt. Bund vom 20.8.1868 wurde die Benutzung dieser Linie für Bayern ermöglicht. (Bay. VBL. 1868, S: 401) In dieser Verordnung war noch die Bezeichnung „via Ostende" vorgeschrieben, die aber hier als „via Antwerpen" blau markiert wurde. Die Briefe waren mit Frankozwang bis zum Ausschiffungshafen freizumachen und von den 50 Pf. Gebühr waren 30 cts. an Belgien (rot vermerkt) als Weiterfranko zu vergüten.
Man darf gespannt sein, was Sammlern dieser Leckerbissen internationaler Korrespondenz trotz Qualitätseinbussen wert ist, denn immerhin ist auch die Marke (Mi. Nr. 42) sehr rar.