Die unbekannten Stempel von Basel in der Alten Eidgenossenschaft


Der Stempel „Basle" oder „De Basle" war schon immer bekannt. Unklar war, ob es sich um einen Stempel der französischen Post in Hüningen oder um einen solchen der Basler Kaufmannschaft handle. J. Uebelhart hat sich die Mühe gemacht, dies abzuklären. Nach seinen Studien und vor allem auf Grund des Schriftenwechsels zwischen Basel und Frankreich vom Januar 1787, wo die richtige Auslegung eines Bindestriches im Text der springende Punkt war, kam er zum Schluss, dass der Stempel nur von der Schweizer Post in Basel stammen könne. (siehe frühere Nr. 73 der Postgeschichte). Als weitere Beweise dienten Briefe nach Deutschland und in die Schweiz, worauf der Stempel „Basle" ebenfalls - wenn auch sehr vereinzelt - abgeschlagen war. Noch nicht alle glaubten ihm. An der letzten Tagung der Freunde der Schweizer Vorphilatelie legte er einen weiteren Beweis vor. Nach der Weisung des Finanzministers der Helvetik mussten alle Briefe mit „Basel" abgestempelt werden. Handschriftlich musste auf der linken Seite des Stempels das Datum, an dem der Brief auf die Post gebracht wurde, und auf der rechten Seite das Datum, an dem der Brief durch die Post spediert wurde, angebracht werden. In der Regel wurde der Stempel dann handschriftlich eingerahmt. Vom 29. Januar 1801 ist nun ein Brief „29 BASLE 29" aufgetaucht, der von Basel nach Aarau ging. Es ist sicher nicht anzunehmen, dass dieser Stempel in Hüningen angebracht wurde. Weshalb wir nun glauben, dass das Kapitel über die unbekannte Herkunft der „Basle"- Stempel abgehakt werden kann. Der Stempel lag im Postamt in Basel. Nach wie vor macht der Wappenstempel von Basel Kopfzerbrechen. Er ist bei Winkler nicht aufgeführt, jedoch bei v.d. Linden Nr. 932 mit Verwendungszeit 1699. Nachdem in Basel nachweislich vorderösterreichische Postmeister und lothringische Agenten tätigwaren, wie Johann Kindtwegler bis 1680, dann seine Witwe, von 1680 - 1694, Schönauer, dann Raillard und 1707 Rudolf Mayer, der sich „Directeur des Postes de Basle" nannte, wurde bis heute angenommen, es könne sich bei diesem Stempel nur um denjenigen des österreichsichen Postamtes handeln. Dieses erhielt zu dieser Zeit auch nachweislich die Bewilligung der Stadt für eine beschränkte Tätigkeit für die Weiterleitung der Post nach Lothringen (Nancy). Mayer war auch in Verbindung mit Fischer, der 1705 auch die vorderösterreichische Post in Basel durch den Kaiser zugesprochen bekam, jedoch wegen grossem Widerstand das Amt hier nicht an treten konnte. Erst 1713 normalisierten sich die Verhältnisse, nachdem Schalthauser gemeinsam mit Basel den Kurs zwischen den beiden Städten übernahm. Nachdem neuerdings Wappenstempel aus der Zeitperiode von 1699 bis 1732 nachgewiesen werden konnten und andererseits nach 1713 kaummehr ein österreichisches Büro in Basel bestanden haben dürfte, kommt die Theorie eines österreichischen Stempels in Basel ins Wanken, wer weiss weiter ? Der kursive Stempel „D'Allemagne" ist im Winkler nicht aufgeführt, jedoch bei v.d. Linden Nr. 877, in Gebrauch seit 1795, Taxisstempel. Nach Manfred Jaques handelt es sich um einen Stempel von Basel, der ab 1793/95 nach der Besetzung von Strassburg und Wegfall des dortigen Austauschbüros und deshalb Umleitung über Basel dort angebracht wurde. Alle Briefe sind denn auch bis Basel frankiert und mit „Franko Basel" bezeichnet. Doch bestehen die Stempel schon seit 1788. Nun kann mit dem vorgenannten Dokument von Uebelhart, vom Januar 1787, wegen des Stempels „BASLE" kurzgeschlossen werden. Streitpunkt war hier die Spedition von deutschen und italienischen Briefen über Basel nach Frankreich, die nach dem Postvertrag von 1724 verboten war. Oder wenn schon, mussten diese Briefe an Frankreich gratis ausgeliefert werden. Im Schultewechsel vom Januar 1787 verpflichtete sich dann auch Basel, diese Briefe zukünftig mit „D'Allemagne" bzw. „D'Italic" zu bezeichnen. Es scheint somit, dass der Beginn dieses Stempels mit 1787 festgelegt werden kann. Auch ein Stempel „DTtalie" kursiv soll bekannt sein. Herr Vollmeier meint, einen gesehen zu haben. Bis heute ist er aber nicht mehr aufgetaucht. Diese neu bekannten Schweizer Stempel bedürfen noch weiterer Abklärung. Wer vefasst eine diesbezügliche Studien ?

J. Uebelhart, R. Schäfer

Brief aus oder über Frankfurt und Basel nach Colmar