Transitbriefe
Es sollen nur einige wenige Beispiele für den Transitverkehr dargestellt werden. Die Haupttransitrouten waren zum einen die Korrespondenz aus und nach den Italieneischen Staaten sowie aus und nach der Levante.
Nürnberg - Bologna (Kirchenstaat) 1848
Der Absender in Bayern bezahlte in diesem Falle nur die innerbayerische Gebühr bis zur österreichischen Grenze. Österreich rechnete mit dem Kirchenstaat im Paket ab und erhielt pro Unze Briefe aus den deutschen Staaten 100 Bajocci. Der Kirchenstaat verlangte wiederum vom Empfänger für einfache Briefe aus den deutschen Staaten 28 Bajocci.
Rom - Roggenburg 1845
Umgekehrt verhielt sich die Abrechnung anders. Der Absender bezahlte bei der Aufgabe für den einfachen Brief eine Bearbeitungsgebühr (Impostazione) von 5 Bajocci (Rückseite). Österreich bezahlte dem Kirchenstaat für l Unze Briefe 20 Bajocci. Der österreichische Transit betrug nach dem PV von 1842 nur noch 12 Kr.CM, die vom Paketschlussamt Augsburg mit umgerechnet 15 Kr.rh in Auslage genommen wurde. Die bay. Inlandsgebühr mit 8 Kr.rh wurde hinzuaddiert, so dass der Empfänger noch 23 Kr.rh zu zahlen hatte.
Athen - Würzburg 1844
Der Absender bezahlte diesen Brief mit 110 Lepta (Rückseite) bis Triest. Der österreichische Transit von 12 Kr.CM wurden in 15 Kr.rh umgerechnet und die Inlandsgebühr von 6 Kr.rh bis München dazuaddiert. Nachdem der Empfänger nach Würzburg abgereist war, wurde der Brief nachgesendet, so dass letztendlich für den Empfänger 31 Kr.rh zu bezahlen waren.
Athen - Würzburg 1844
Ein weiterer Brief aus Griechenland diesmal direkt nach Würzburg gelaufen kostete für den Empfänger nur 29 Kreuzer. Für den Absender war die Gebühr allerdings höher da der Brief bereits in der 2. Gewichtsstufe (über 7,5 gr) lag. So bezahlte er bis Patras 15 Lepta und für den österreichischen Lloyd bis Triest noch einmal 135 Lepta, gesamt 150 Lepta.
Cincinatti - Innsbruck 1845
Die Gebührensituation und der tatsächliche Weg dieses Briefes ist noch nicht geklärt. Der Leitwegvermerk zeichnet jedoch den Transit über Bayern vor. Wir hoffen zu diesem Brief in Zukunft etwas mehr aussagen zu können.
Nürnberg - Genua 1847
Der Absender bezahlt sowohl die bay. Inlandsgebühr (12 Kr.rh) als auch den österr. Transit (15 Kr.rh= 12 Kr.CM). Der Brief war somit bis zur sardischen Grenze bezahlt, was auch durch den Stempel AFFR. FRONTIERE bestätigt wurde. Der Empfänger musste nun die sardische Gebühr in Höhe von 21 Soldi bezahlen.