Herbert Brachs Strubelwelt... Eine Buchbesprechung mit kritischer Würdigung


Oft schon wurde ich auf das im November 2001 erschienene Strubelwerk "THE IMPERFORATE SITTING HELVETIA STRUBEL" von Herbert Brach angesprochen.1)Ob ich es kenne, ob ich es bereits gelesen habe, ob ich mit Brachs Theorien und dessen neuer Strubel-Klassifizierung einig gehe, ob ich den Kauf des Buches empfehlen würde, waren die häufigsten Fragen. Ja, ich habe dieses neueste Strubelbuch intensiv studiert und kann dessen Anschaffung jedem Strubel-Interessierten, sei er ein Neueinsteiger oder ein routinierter Strubelfuchs, wärmstens empfehlen.2) Der folgende Bericht möchte die Hintergründe meiner Kaufsempfehlung aufzeigen. Ich beschränke mich hierbei auf die Darstellung von Sachverhalten, die nicht schon in den bekannten "Strubel-Bibeln" von Zumstein, Kuisel, d'Aujourd'hui und Hunziker nachgelesen werden können. Den "Vorspann" miteingerechnet, umfasst das ganze Werk gegen 300 Seiten mit über 100 farbigen Abbildungen. Diese über zwei Kilogramm schwere Luxusausgabe ist somit mit Abstand die (bis heute) umfangreichste Strubel-Monographie. Die Stärke des Buches liegt jedoch nicht nur in seinem Umfang, sondern vor allem in seiner fachlichen Tiefe. Doch nun alles geordnet der Reihe nach! Herbert Brach hat sein philatelistisches "Lebenswerk" in sieben Kapitel unterteilt, und dieser Reihenfolge will ich mich anschliessen.

Chapter 1: A short history of Strubels
Herbert Brach erläutert im ersten Kapitel den postgeschichtlichen Hintergrund der Strubel-Emission ab dem Beginn der Eidgenössischen Post (1. Oktober 1849) bis zur Ausserkurssetzung der Strubelmarken (3 I.Juli 1863). Besondere Beachtung schenkt er dabei der Beantwortung folgender Fragen: Warum wurden die Durheim-Marken (Ortspostund Rayon-Marken) so schnell durch die Strubel-Ausgabe abgelöst? Wie kam es, dass München zur eigentlichen Vaterstadt der Strubelmarken avancierte? Mit welchen besonderen Problemen wurden der Münzmedailleur Friedrich Voigt und der Drucker Johann Georg Weiss konfrontiert? Wie gelang es der Münze von Bern als Nachfolgerin der Münchner Universitätsdruckerei, all die neuartigen Aufgaben der Briefmarkenherstellung zu lösen?
Das erste Kapitel bringt keine grundlegend neuen Erkenntnisse, stellt jedoch auf vier Seiten eine gute Zusammenfassung aller wichtigen Informationen über Planung und Ausführung der Strubelausgabe dar.

Chapter 2: Design and production of the stamps
Herbert Brach gibt sich als ein passionierter Verehrer der Strubelmarken zu erkennen, ja er spricht sogar von einer eigentlichen "love affair".3' "The simple, uncluttered, classical beauty of the stamp itself' hat ihn richtiggehend verzaubert.4) So verwundert es nicht, dass er über die Zeichnung (das Design) dieser Marken echte "news" liefert. Oder wer hat schon daran gedacht, dass Dr. Küster als Direktor der Eidgenössischen Münze anlässlich seiner Erkundungsreise (Herbst 1851) bei der Druckerei Perkins, Bacon & Co. in London den Druck von Trinidad-Marken miterlebt haben könnte? Doch wenn wir die englische Britannia mit unserer Schweizer Helvetia vergleichen, wird uns klar, warum unsere "Swiss lady" nicht wie auf den damaligen Münzen im Profil, sondern frontal abgebildet wurde. Auch Herbert Brachs Spekulation, dass der RhombenHintergrund der Strubelmarken auf das Bayrische Landeswappen zurückzuführen sei, ist sicher nicht abwegig.

Abb. l Die Britannia von Trinidat

Mehr als 25 Seiten widmet Herbert Brach der Beschreibung der Strubel-Produktion: Dabei unterscheidet er zwischen Papier, Seidenfäden, Druck-Einrichtung (Pressen, Druckformen, Konterstanzen), DruckMaterialien (Klebegummi, Druckfarben) und Druck-Verfahren. Als gelernter Chemiker 5> interessiert er sich in erster Linie für die Analyse der Druckpapiere aus München (Papiermühle des Baron von Beck bei Pasing) und Zürich (Papierfabrik an der Sihl). Zur Bestimmung der Papierherkunft untersucht er die folgenden Kriterien: Relieftiefe des Druckes, Verwendungszeit der Marken (Rauten- oder Datumstempel!), Papierdicke, Art und Länge der Papierfasern, Klischee-Abstände, Reaktion unter Ultraviolett-, bzw. Quarz-Licht, Nachweis von Seidenfasern im Papier (München positiv, Zürich negativ) und schliesslich den Stärketest. Ein umfangreiches Experimentieren mit UVBestrahlung bringt ihm die Erkenntnis, dass dieser Test eine sichere Unterscheidung von Münchner und Zürcher Papier ermöglichen würde, wenn die Marken noch im Originalzustand vorlägen. Diese Voraussetzung sei heute aber nur noch selten gegeben: Die Auswirkungen des Klebegummis sowie des Waschens und der Lagerung der Marken verunmöglichten somit den seriösen Einsatz der UV-Lampe 34 in den meisten Fällen. Gemäss Herbert Brach würde der Stärketest eine einwandfreie Unterscheidung der beiden Papiersorten erlauben, da in München für die Markenproduktion ausschliesslich stärkefreies, in Zürich jedoch nur stärkehaltiges Papier hergestellt wurde. Er weiss auch, dass ein sauber durchgeführter Stärketest auf der Marke keine visuellen Spuren hinterlässt. Doch furchtet er sich vor allralligen, negativen Langzeitwirkungen und hat deshalb auf diese 100%-sichere Papierunterscheidung verzichtet.61 Es sei hier vorweggenommen, dass in dieser Unterlassung die Hauptursache liegt für viele Falscheinteilungen in Herbert Brachs neuer StrubelKlassifikation.

Chapter 3: Classification of the Strubels
Auch Herbert Brach ist mit der zur Zeit gültigen Katalogisierung der Strubelausgabe gemäss Zumstein-Spezialkatalog nicht zufrieden. "No cognizance has been taken of years of work performed by specialists who demonstrated not only the existence of stamps not now listed, but also a lack of coherence which would put the different printings into their correct, historical context."7) Bevor er seinen eigenen Klassierungsvorschlag bringt, stellt er die bisherigen Strubelkatalogisierungen durch sehr gute Übersichtstabellen vor. Es sind dies der Reihe nach die Klassifikationen gemäss Zumstein Spezialkatalog 1992, Kuisel (1943), d'Aujourd'hui (1982),Haemmerli/ Oeschger (1990), Hermann (1994) und der Strubel-Forschungsgruppe der Schweizerischen Vereinigung für Postgeschichte (SVPG 1995). Zuletzt präsentiert Herbert Brach seine eigene "Proposed Strubel Classification", welche ich dem Leser natürlich nicht vorenthalten darf.8'

Tabelle 1: Proposed Strubel Classification by Herbert Brach (2001)

Zum besseren Verständnis von Herbert Brachs Vorschlag (Tabelle 1) benötigen wir noch einige Erklärungen. Die Katalognummern entsprechen den ZumsteinNummern bis auf eine Ausnahme: 23CIIIh ersetzt die Zumstein-Nummer 23Cc.9> Die römischen Zahlen I bis IV bei den Berner Drucken geben die Druckform-Ordnungen an.10) Die Kleinbuchstaben am Ende gewisser Nummern zeigen die Farbnuancen gemäss Zumstein-Spezialkatalog. Die Systematik von Herbert Brachs Vorschlag hält sich streng an die Chronologie der Strubeldrucke: Zuerst kommen die Münchner, dann die Berner Erzeugnisse. Auch die Feingliederung entspricht genau der zeitlichen Druckabfolge, dargestellt durch die römischen Ziffern für die verwendeten Druckformen."1 Den Übergang vom Münchner zum Zürcher Papier legt Herbert Brach ausschliesslich in die Periode der zweiten Druckform-Ordnung, welche er in "Bern IIA" (Münchner Papier) und "Bern IIB" (Zürcher Papier) unterteilt. Vieles spricht für eine Klassierung, die sich genau an die zeitliche Abfolge des Markendruckes hält. Ein grosses Problem jedoch bleibt: Kann das Markenmaterial 150 Jahre nach dem Druck noch nach diesem Kriterium geordnet werden? Sehr viele Strubel sind so knapp geschnitten, dass aufgrund der Klischeeabstände keine Zuteilung zu den einzelnen Druckformen möglich ist. Natürlich unterscheiden sich die Marken der vier Druckform-Ordnungen meist auch bezüglich Druckhabitus, Druckfarbe, Papierdicke und Reliefstärke. Für solche Differenzierungen braucht es jedoch ein umfangreiches Vergleichsmaterial und eine langjährige Strubel-Erfahrung. Ziel einer guten Klassifizierung sollte aber auch sein, dass sie vom Normalsammler verstanden und benutzt werden kann. Deshalb wird die Strubel-Forschungsgruppe der SVPG diese streng chronologische Einteilung von Herbert Brach aus Gründen der Praktikabiliät teilteilweise etwas lockern.12' Interessant dürfte nun ein direkter Vergleich zwischen dem Vorschlag von Herbert Brach und der aktuellen Klassifikation der Strubel-Forschungsgruppe sein. Die wesentlichen Abweichungen ergeben sich aus dem Umstand, dass Herbert Brach einige Strubel-Nummern aufführt, welche die Forschungsgruppe nicht als selbstständige Markenausgaben anerkennt, und natürlich gibt es auch die umgekehrten Fälle. Ich beschränke mich auf die Vorstellung der wichtigsten Abweichungen. Kaum Abweichungen stellen wir bei den Münchner Drucken fest. Einzig beim 23AStrubel (10 Rappen) macht Herbert Brach aufgrund unterschiedlicher KlischeeAbstände eine Unterteilung in 23AI und 23AII. Auch die Strubelgruppe diskutiert eine generelle Dreiteilung der Münchner Drucke: Erste Drucke bis zu den Farbänderungswünschen aus Bern, zweite Drucke bis zum Bruch der beiden Druckpressen, letzte Drucke mit den reparierten Pressen. Entschieden ist in dieser Frage noch nichts. Ausschlaggebend dürfte sein, ob sich eine solche Dreiteilung aus einer repräsentativen Untersuchung von genügend grossen Markenbeständen ableiten und bei einer späteren Markenzuordnung auch durchführen lässt.
Bei den "Seidenpapier-Strubeln" schlägt Herbert Brach "zünftig" zu: Nicht nur, dass er auch für die Druckform-Ordnung I solche "Dünnpapierige" annimmt (22FI, 24FI und 25FI), nein, er stellt einen dünnpapierigen 40 Rappen-Strubel mit rotbraunem Seidenfaden (26EII) sowie zwei GWerte (24FIV, 25FIV) als völlig neue Strubel-Katalognummern vor! Sicher lassen sich für seine "Innovationen" entsprechende Belegexemplare finden. Ich könnte noch für weitere Strubelwerte solche "Dünnpapierige" vorlegen. Es geht hier aber um eine grundsätzliche Frage: Wann müssen solche Exemplare als eigene Markenausgaben mit Anspruch auf eine eigene Katalognummerierung und wann lediglich als Papierabarten eingestuft werden? Entscheidend ist, ob sich aus der Druckgeschichte eine separate Druckauflage beweisen, oder ob sich zumindest aus der Markenverwendung eine eigenständige Ausgabeperiode feststellen lässt. Liegt keine der gemachten Voraussetzungen vor, müssen solche Marken als Papierabarten eingestuft werden. Die Strubel-Forschungsgruppe wird die Vorschläge von Herbert Brach genauestens überprüfen und ihre Entscheidungen aufgrund der dargestellten Kriterien treffen. Weitere wesentliche Unterschiede gegenüber den Vorschlägen der Strubel-Foschungsgruppe ergeben sich aus der Papierzuweisung für die einzelnen Katalognummern (Münchner oder Zürcher Papier). Ich habe bereits erwähnt, dass Herbert Brach auf die Benutzung des Stärketestes verzichtete. Bezüglich der Papierunterscheidung war für ihn offenbar in erster Linie die Produktionszeit der Marken entscheidend. Den Papierwechsel legt er in die Periode der Druckform-Ordnung II. Für die späteren Druckformen stand seiner Meinung nach nur noch Zürcher Papier zur Verfügung. Deshalb stellt er Marken mit Zürcher Papier vor, die es schlicht nicht gibt, nämlich einen 40 Räppler mit rotbraunem Seidenfaden und einen Einfränkler mit gelbem Seidenfaden (inklusive der Papierabart 27EIV). Auf der anderen Seite ordnet er die dünnpapierigen 23E-Marken dem Münchner Papier zu, obwohl der Stärketest und auch die bekannte Korrespondenz mit der Papierfabrik an der Sihl klar aufzeigen, dass diese Marken auf dem ersten, für zu dünn befundenen Zürcher Papier gedruckt wurden. Etwas problematischer ist die Anführung eines 5 RappenStrubels mit schwarzem Seidenfaden auf Münchner Papier (22DIIM). Bis vor wenigen Monaten war auch ich von der Existenz einer solchen Auflage überzeugt. Genauere Seidenfaden- und Papier-Analysen haben jedoch gezeigt, dass es sich bei den "Papabili" fast durchwegs um Marken entweder mit schwarzgrünem Seidenfaden oder mit Zürcher Papier handelte. Auch in dieser Frage ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Einige Katalogisierungen vermisse ich in Herbert Brachs Vorschlag: 23CIIZ, 23EIII, 25FIII, 23GIII und 26GIII. Bezüglich dieser Marken wird die Strubel-Forschungsgruppe nochmals "über die Bücher gehen müssen". Meinen Vergleich möchte ich jedoch mit einer erfreulichen Botschaft beenden. Auch Herbert Brach ist vollkommen von der Existenz des 25D-Strubels überzeugt.131 Er beschränkt sich hier jedoch auf die Druckform-Ordnung III, während ich bisher zusätzlich noch die Druckform II vorgesehen habe.

Chapter 4: The individual printings
Das vierte Kapitel mit 91 Seiten Umfang ist das Herzstück von Herbert Brachs Arbeit. Hier werden die einzelnen Katalognummern, nach Wertstufen geordnet, detailliert vorgestellt. Jede Nummer wird wissenschaftlich genau umschrieben: Herbert Brach wendet nicht weniger als 17 Bestimmungskriterien an!14) Hervorzuheben sind seine Angaben über die geschätzte Auflagehöhe und die statistisch ermittelten Verwendungszeiten. Die Papierdicke hat Herbert Brach mit einem "Etaion digital read-out Microselect" Mikrometer gemessen. Dieses Gerät weist kreisförmige Kontaktflächen von 5 mm Durchmesser auf. Deshalb liegen seine Resultate zirka 20/100 mm über den üblichen "Mitutoyo"- Messungen. Natürlich werden die einzelnen MarkenNummern in der Regel auch durch schöne Abbildungen visualisiert.151 Es handelt sich dabei meistens um Einzelmarken, was das Erkennen der Druckform nicht immer leicht macht. Für jede Wertstufe bringt er am Ende eine textliche und bildliche Übersicht aller Katalognummern, was dem Leser äusserst wertvolle Vergleiche ermöglicht. Das vierte Kapitel wird durch eine Abhandlung über die "Thin Paper Strubels" abgeschlossen.

Chapter 5: Postal use - Domestic
Zu Beginn dieses Kapitels beschreibt Herbert Brach die wachsende Verwendung von Briefmarken während der Strubelzeit und stellt die wichtigsten Tarife der beiden Posttaxen-Gesetze von 1849 und 1862 vor. Seine Inlandporto-Belege sind in "Regulär mail" (Briefe und Drucksachen inklusive Einschreibung) und "Postal rates - Nachnahme" unterteilt. Sensationelle Inland-Verwendungen sind keine zu finden; die höchste vorgestellte Portostufe beträgt 30 Rappen. Besonders zu würdigen ist die ausgezeichnete Qualität der Reproduktionen!

Abb. 3: 24F im Paar auf R-Brief von St. Gallen (l l OCT 1856) nach Bern (ca. 210 km)."

Tabelle 2: Destination of International MailI7)

Abb. 4: 26A (2 Einzelmarken) auf Faltbrief der 2. Gewichtsstufe von Genf (23 DECE 54) nach Rumilly, Savoien I8)

Chapter 7: Estimate of the size of Strubel issues
Ich habe bereits erwähnt, dass Herbert Brach für jede Strubel-Ausgabe eine geschätzte Auflagenhöhe angibt. Dieses Unterfangen ist in der Strubelwelt vollständig neu und verdient grösste Beachtung. Herbert Brachs Mutmassungen beruhen einerseits auf den veröffentlichen Markenverkäufen der Post 19), andererseits auf einer umfangreichen Zusammenstellung von persönlich examinierten Marken (2500 Strubeli!) sowie von Angaben aus Literatur und Auktionskatalogen. Die PTT-Statistik vermittelt uns die jährliche Gesamtverkaufsmenge für jede einzelne Wertstufe. Da anno 1854 auch Rayon-Marken und in den Jahren 1862 und 1863 auch "gezähnte Helvetias" verkauft wurden, musste Herbert Brach die Gesamtjahreszahlen der Post entsprechend korrigieren. Er kommt demnach auf eine Strubelauflage (aller Wertstufen) von total 68.5 Millionen Marken, davon 20 Millionen auf Münchner und 48 Millionen auf Zürcher Papier.201 Nach Wertstufen gegliedert ergeben sich die Verkaufszahlen der Tabelle 3.

Herbert Brachs persönliche Markenstatistik liefert für jede Wertstufe die ungefähre prozentuale Aufteilung der Jahresverkaufsmenge auf die verschiedenen Strubelausgaben.221 Leider haben sich bei Herbert Brachs Berechnungen einige statistische und gedankliche Fehler eingeschlichen. So ist seine Materialstatistik oft zu wenig umfassend und somit auch nicht genügend aussagekräftig. Entscheidend aber ist, dass sich Herbert Brach durch falsche Frühverwendungsdaten des Zumstein-Spezialkataloges sowie durch entsprechend fehlerhafte Atteste und Auktionskatalogbeschriebe hat blenden lassen.231 Seine Schätzungen sind somit mit grösster Vorsicht zu "gemessen". Wichtig aber ist, dass ein Strubel-Spezialist es endlich gewagt hat, seine Auflagenschätzungen zu veröffentlichen. Herbert Brachs Zahlen sind nicht lediglich zu kritisieren, sie sind mit schlüssigen Begründungen zu berichtigen!24) Dank Vielleicht haben Sie beim Lesen meiner Buchbesprechung das Gefühl erhalten, dass ich mit Herbert Brachs philatelistischem "Lebenswerk" hin und wieder "zu hart ins Gericht gegangen" bin. Meine kritischen Anmerkungen betreffen jedoch nur Teilaspekte seines Buches, in keiner Weise soll das Werk in seiner Gesamtheit in Frage gestellt werden. Schon jetzt darf man feststellen, dass Herbert Brachs Strubelbuch die Zukunft der Strubel-Forschung ganz entscheidend mitprägen wird. Herbert Brach hatte sich zum Ziel gesetzt, dass seine Arbeit den Wissensstand über die faszinierenden Strubelmarken weiter bringen werde und andere Sammler zu weiterer Forschung anregen sollte. Diese Zielsetzungen hat er mehr als erreicht! Im höchsten Masse zu bedauern ist es, dass unser grosser Strubelfreund nicht mehr unter uns weilt.25' Wie viele anregende Fachgespräche sind somit nicht mehr möglich! Doch wer sich die Mühe und dieFreude macht, Herbert Brachs Werk zu studieren und auch versucht, zwischen den Zeilen zu lesen, den werden Herbert Brachs Geist und Herz begleiten.