Die Auslagestempel Teil V
Zuerst muss ich noch einmal auf die ein Leser auf zwei weitere Stempel hingeAuslagestempel von München zurück- wiesen, die ich an dieser Stelle ergänzen kommen. Dankenswerter Weise hat uns möchte.
Doppelkreisstempel AUSLAGE VON MÜNCHEN, 1816 In der Type wie der Doppelkreiser von Augsburg. Da München zu diesem Zeitpunkt keine Auslandspaketschlüsse hatte über welche Portobriefe ausgetauscht wurden, ist dieser Stempel nahezu unbekannt. Auf dem vorliegenden Brief aus Frankreich wurde er abgeschlagen da der Paketschluss in Augsburg dies offensichtlich übersah.
Ovalstempel mit Innenoval AUSLAGE MÜNCHEN, verwendet 1848-1851 Von der Type her wie der Doppelovalstempel von Bamberg
Nächstes OPA mit überregionaler Bedeutung ist Nürnberg. Die Verwendungszeit der Auslagestempel auf Briefpostsendungen erstreckt sich von 1816 bis 1850. Dabei kamen fün Stempel zum Einsatz, die genauen Verwendungsdaten unterliegen durch Neufunde auch heute noch Änderungen.
Offensichtlich war der Doppelkreisstempel bei Augsburg, München, Nürnberg und wie wir später sehen werden auch bei Regensburg die "Grundausstattung" welche zentral beschafft wurde. Anders als in Augsburg wurde diese Type in Nürnberg rasch durch einen Halbkreiser, ähnlich dem Hofer Halbkreiser ohne Ortsangabe, ergänzt und 1818 durch diesen ersetzt.
1816 Fehlleitungsbrief (Lesefehler Merseburg in Sachsen) von Aachen per Leipzig über Nürnberg nun richtig nach Meersburg. Baden gelaufen. Die Taxen summierten sich letztendlich für den Empfänger auf l Gulden 11 Kreuzer Eine enorme Summe für Herrn Zimmermann.
Portobrief aus Marseille nach Fürth vom 14. Januar 1833 42 kr. fremdes Porto wurde in Auslage genommen und zusammen mit 18 Kr. Inlandsporto zu einem Gulden addiert.
Teilfrankobrief aus London nach Erlangen im Transit über Frankreich vom 7. Juni 1833 Vom Absender bis zum französischen Hafen mit IShSp bezahlt. Der französische Paketpreis für Transitbriefe wurde mit 46 Kr. fremden Portos vom OPA Nürnberg in Auslage genommen. Zusammen mit der bay. Inlandsgebühr ergibt sich l Gulden 16 Kreuzer Gesamtporto
Portobrief aus Ellwangen (Württemberg) nach Würzburg über Nürnberg vom 28 November 1840. Gesamtporto 8 Kreuzer. Dieser Auslagestempel wurde 1869 bei der Fahrpost weiter verwendet und liegt dann in den Farben rot und blau vor.
Portobrief von Leipzig nach Wohlen vom 20. November 1846
Der sächsische Anteil wurde mit l Kr. in Auslage genommen und mit 12 Kr. bay. Transit an Zürich weitergerechnet. Zürich addiert seine 6 Kr. hinzu ergibt 25 Kr. Zürich rechnet für Aargau weitere 4 Kr. auf 29 Kreuzer Porto. Die Postverwaltung in Aargau rundet auf einen geradzahligen Kreuzerbetrag auf, so dass der Empfänger 30 Kr. zu zahlen hatte.
Während die vor gezeigten Auslagestempel beim OPA Nürnberg verwendet wurden ist der Doppelovalstempel bei der Bahnhofsexpedition zum Einsatz gekommen. 18 Kreuzer wurden für TT in Auslage genommen und das bay. Inlandsporto betrug noch einmal 16 Kreuzer.
Regensburg verwendete seinen ZweikreisAulagestempel ebenso wie Augsburg von 1816 an bis 1850. Der Stempel liegt in den Farben schwarz, rot und zum Schluss hin auch in blau vor. Die Auslandspaketschlüsse von Regensburg weisen nach Österreich und von da her wäre der Auslagestempel erst ab 1842 eingesetzt worden. Jedoch hatte Regensburg auf Grund seiner traditionellen Bindungen an das Hause Thurn und Taxis auch einen direkten Paketschluss mit Frankfurt. Frankfurt schickte seine Post für den oberpfälzer und vermutlich auch den niederbayerischen Raum über Regensburg. Für die Oberpfalz kann das an Hand der Poschinger-Korrespondenz, ein Glasfabrikant in Oberzwieselau, nachgewiesen werden.

Portobriefaus Frankfurt nach Oberzwieselau vom 29. Juli 1843
Die 4 Kreuzer für Thurn und Taxis wurden vom OPA Regensburg in Auslage genommen.
Kommen wir nun zum letzten Oberpostamt und seinen Auslagestempeln. Würzburg führte erst relativ spät (1837) Auslagestempel ein. Die Form unterscheidet sich auch grundlegend von denen der anderen OPA's. Es ist zwar ein Kreissegmentstempel jedoch mit Innenbogen und rechteckigem Sehnenkasten. Spezialisten unterscheiden drei Stempeltypen, welche sich neben kleineren Abweichungen nur in der Länge des Wortes AUSLAGE (25 mm, 27 mm, und 29 mm) unterscheiden. Die Abschläge kommen in den Farben schwarz, rot, blau und auch blaugrün vor.

Forwarder-Brief aus Zürich (31.12.1835) aufgegeben als Portobrief in Offenbach nach Uffenheim am 4. Januar 1846 3 Kreuzer für Taxis wurden in Würzburg in Auslage genommen plus 4 Kr. bayr. Inlandstaxe ergibt für den Empfänger 7 Kreuzer statt der üblichen 22 Kr. von Zürich aus.
Portobrief von Strassburg nach Kitzingen vom 28. September 1841 das fremde Porto (6 kr.) von Würzburg in Auslage genommen und mit 14 Kr. Inlandsgebür zu 20 Kr. Gesamtporto addiert. Dieser Brief zeigt auch das postalische Verfahren in Bayern. Obwohl im PV BayernFrankreich Aschaffenburg als Austauschpostamt für diese Korrespondenzgattung vorgesehen war, bearbeitete doch Würzburg das Auslandspaket.
Kommen wir noch zu einigen bayerischen Besonderheiten. Wir wir wissen dienten die bayerischen Auslagestempel dazu den fremden Portoanteil zu kennzeichnen. Das heisst bayerische Auslagestempel kommen nur auf Auslandsbriefen vor. Aber keine Regel ohne Ausnahme,
Beide Briefe zeigen haben alle Merkmale eines Inlandsbriefes und trotzdem prangt je ein Auslagestempel darauf. In beiden Fällen ist der Betrag in der Auslage 4 Kr. Zwei Gründe sind dafür Auschlag gebend. l. Die Charge-Gebühr war in Bayern keine Staatseinnahme sondern gehörte dem Postmeister. Sie betrug von 1808 bis zum Beginn des DÖPV 4 Kreuzer.
2. Die Kgl. bayr. Staats Schulden Tilgungs Spezial Cassa war von allen staatlichen Postgebühren befreit und konnte auch die Charge-Gebühren, die normalerweise bei der Aufgabe zu zahlen waren, dem Empfänger anlasten. Da diese Gebühr jedoch Postmeister des Abgangspostamtes gehörte nahm er die Gebühr in Auslage. Das heisst das Empfangspostamt musste die 4 Kreuzer dem Aufgabepostamt rückerstatten.
Eine weitere Form sind einzeilige Auslagestempel mit und ohne Umrandung. Diese Form von Auslagestempel kamen bei den Fahrpostexpeditionen zum Einsatz, wenn bei Postvorschuss- oder Nachnahmebriefen von Fahrpostexpeditionen Geld ausgezahlt wurde. Im nachfolgendem Brief wurde die Nachnahme in Höhe von l Gulden 52 Kreuzer verauslagt.
Jedoch ist auch hier das Vorstrecken eines Betrages, nicht für eine fremde Postverwaltung sondern an eine Privatperson, Grund der Auslage. Verfügte eine Postexpedition über keinen Stempel wurde der Vermerk mit Betrag auch handschriftlich gemacht wie der nachvolgende Brief aus Burghausen nach Baireuth zeigt.
26 Kreuzer war der von der Post abgelöste Betrag; hinzu kamen 11 Kreuzer Porto und fi Kreuzer für die Benachrichtigung. Gesamttaxe also 37 72 Kreuzer. Für die Bearbeitung des Bayernteils der Auslagestempel bedanke ich mich herzlich bei F. Pietz der mir stets mit Rat und Tat geholfen hat.