Ein kurzer Kommentar zu Einschreibsendungen
Bei der Analyse der vorgelegenen Einschreibsendungen, die über die bulgarische Dorfpost versandt wurden, wurden vom Autor folgende Markierungen beobachtet:
1. rein handschriftliche Markierungen mit "R" und der Einschreibnummer.
2. handschriftliche Markierungen (wie bei 1.) und nachträgliche Stempelung eines "R" und/oder Aufkleben eines nummerierten Einschreibzettels. Die nachträgliche Stempelung bzw. das Bekleben mit dem Einschreibzettel erfolgte im Postamt der (Kreis)Stadt, die für den Dorfpostbereich zuständig war und die Briefe an die staatliche Post weiterleitete.
3. bei der Dorfpostagentur oder durch den Dorfpostboten erfolgte Stempelung mit dem "R" und/oder Bekleben mit dem nummerierten Einschreibzettel.
Die meist verwendeten Handstempel zur Kennzeichnung von Einschreibsendungen der Dorfpost:
In den 40er Jahren verwendeter Kastenstempel der normalen Post (ohne Lückentext):
Die oben gezeigte Einschreibstempeltype finden wir ab den 20er Jahren auf Dorfpostsendungen. Er wurde nachträglich im Postamt der (Kreis)Stadt abgeschlagen, die für den Dorfpostbereich zuständig war und die Briefe an die staatliche Post weiterleitete. Wir können diesen Stempel deshalb auf Sendungen der Dorfpost und der staatlichen Post finden.
Selten verwendete Handstempeltypen für die Dorfpost (erstmals in den 40er Jahren verwendet), mit Lückentext:
Es sind bisher nur wenige Abstempelungen von 1943 (Dorf Soboljano), 1945 (Dorf Elenovo) und 1946 (Dorf Kmetovtzi) vorgelegen (von links nach rechts). Weitere sicher selten! Es ist erstaunlich, dass einige Dorfpostagenturen in den 40er Jahren derartige Stempel zur Markierung der Einschreibsendungen einführten. Identische Stempelfarben der Agentur- und der Einschreibstempel lassen jedoch keine anderen Rückschlüsse zu. Die rein handschriftlichen Vermerke wurden am häufigsten verwendet, was zeigt, dass nur sehr wenige Handstempel zur Kennzeichnung von Einschreibsendungen bei der Dorfpost vorhanden waren. Während des Hauptverwendungszeitraumes der Type 2 und in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts finden wir die meisten Handstempel vor. Der Einschreibstempel von Elenovo könnte auch mit einem Stempel der normalen Post verwechselt werden. Ein Vergleich mit dem Dorf des Agenturstempels und mit dessen Stempelfarbe verschafft schnell Klarheit.
Beispielbeleg
Der nachfolgende Beleg zeigt einen Einschreibstempel der Dorfpostagentur von Kmetovtzi.
Dorfpostagenturstempel des Dorfes Kmetovtzi. Type l Ob
März 1946, Einschreibbrief vom Dorf Kmetovtzi nach Sofia über Gabrovo. "Dörfliche Gemeindeverwaltung von Kmetovtzi, Kreis von Gabrovo". Seltene Verwendung eines Einschreibstempels mit Lückentext: "D(orf) Kmetovtzi, Kreis von Gabrovo, No , Gr "
Quittungen der Dorfpost für die Annahme von Einschreibbriefen
nachfolgend wird nur eine Beispielquittung gezeigt und näher erläutert. In der Originalveröffentlichung werden 6 verschiedene Formulartypen aufgeführt und die Typenunterschiede an Hand von je einem Beispiel diskutiert. Entsprechend den Vorschriften sollten nur die Dorfpostagenturen für die Annahme von Einschreibsendungen verantwortlich sein. In der Praxis hat sich diese Vorschrift nicht durchgesetzt. Auch die Dorfpostkuriere hielten Quittungen für die Annahme von Einschreibbriefen und anderen Sendungen bereit und stempelten diese mit Ihrem eigenen Dorfpoststempel.
Gedruckter Text auf den Quittungen:
Der Dorfpostkurier oder Dorfpostagent musste folgenden Lückentext ausfüllen und anschliessend den Dorfpoststempel abschlagen.
10. Januar 1908, Quittung für einen Einschreibbrief aus dem Kreis von Tatar Pazardjik nach Plovdiv. Quittierte Gebühr: 10 Stotinki für den Brief + 15 Stotinki Einschreibgebühr. Dorfpoststempel Type 2.